Dänischer Tüftler Madsen bestreitet Ermordung der schwedischen Reporterin Wall

Madsen am 11. August im Gespräch mit einem Polizisten

Der dänische Tüftler Peter Madsen hat die Ermordung der schwedischen Reporterin Kim Wall bestritten, deren Torso nach einer gemeinsamen Fahrt mit Madsens U-Boot "UC3 Nautilus" aufgefunden wurde. "Der Verdächtige bestreitet Totschlag und Schändung einer Leiche", erklärte die Polizei in Kopenhagen am Freitag. Bislang ist Madsen unter dem Vorwurf fahrlässiger Tötung in Untersuchungshaft, allerdings kündigte der Kopenhagener Sonder-Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen am Donnerstag an, dass eine Strafverfolgung wegen Mordes erfolgen solle.

Die Verdachtsmomente gegen Madsen erhärteten sich, nachdem die Ermittler am Mittwoch bestätigten, dass es sich bei einem im Meer gefundenen Torso um einen Teil von Walls Leiche handelt. In dem gesunkenen U-Boot wurden Blutspuren der Reporterin gefunden, ihre Leiche wurde nach Angaben der Ermittler gezielt zerstückelt. Madsen sagte aus, Wall sei durch einen Unfall ums Leben gekommen, er habe ihre Leiche in der Ostsee versenkt. Die Behörden ordneten eine psychiatrische Untersuchung Madsens an.

Wall war am 10. August mit Madsen und dessen U-Boot in See gestochen. Sie wollte eine Reportage über den U-Boot-Bauer schreiben. Als sie nicht wie vorgesehen nach Hause kam, meldete ihr Freund sie als vermisst. Am selben Tag wie Wall verschwand auch Madsens U-Boot. Die dänischen Streitkräfte orteten die "Nautilus" schließlich rund 50 Kilometer südlich der dänischen Hauptstadt. Madsen wurde gerettet, sein Boot sank. Nach Überzeugung der Ermittler hatte Madsen es absichtlich versenkt.