Auch Dänemark und Niederlande schicken keine Regierungsvertreter nach Peking

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Turm mit olympischem Symbol in China (AFP/François-Xavier MARIT) (François-Xavier MARIT)

Nach den USA und anderen Ländern wollen auch Dänemark und die Niederlande keine politischen Vertreter zu den Olympischen Winterspielen nach Peking schicken. Grund seien die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in China, teilte der dänische Außenminister Jeppe Kofod am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Niederlande begründeten den Schritt hingegen mit der Schwierigkeit, angesichts der strengen Corona-Maßnahmen bilaterale Gespräche mit chinesischen Vertretern führen zu können.

Der dänische Außenminister erklärte, er bedauere, dass es innerhalb der EU bisher noch nicht gelungen sei, eine gemeinsame Haltung zu finden. "Es ist kein Geheimnis, dass wir in Dänemark sehr besorgt über die Menschenrechtssituation in China sind". Die Regierung werde die Spiele in Peking daher nicht besuchen. Dänische Sportler würden aber teilnehmen.

Die Niederlande betonten indessen, dass es sich nicht um einen politischen Boykott handele, wie ihn etwa die USA, Kanada, Australien und Großbritannien angekündigt haben. Vielmehr seien angesichts der strikten Corona-Einschränkungen keine Treffen mit chinesischen Regierungsvertretern möglich.

"Bei diesen Treffen könnten wir auf einer vernünftigen Ebene mit den Behörden über die Besorgnis der Niederlande angesichts der Menschenrechtslage sprechen", sagte der niederländische Außenamtssprecher Frits Kemperman der Nachrichtenagentur AFP. Weil das aber nicht möglich sei, sei die Regierung zu dem Schluss gekommen, "dass wir keine offizielle Delegation entsenden werden".

Auch der niederländische König Willem-Alexander habe seine Teilnahme an den Spielen abgesagt, fügte Kemperman hinzu. Er habe diesen Entschluss gefasst, da es niederländischen Fans nicht möglich sei, nach Peking zu reisen und die heimischen Athleten anzufeuern.

Zuvor hatten unter anderem bereits die USA, Großbritannien und Japan einen diplomatischen Boykott der im kommenden Monat stattfindenden Spiele verkündet. Unter anderem Berichte über schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen in der westchinesischen Provinz Xinjiang sorgen seit langem für diplomatische Spannungen mit der Regierung in Peking.

In Deutschland haben die für den Sport zuständige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) angekündigt, nicht zu den Olympischen Spielen zu reisen.

gap/lan

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