"Curvy Supermodel": RTL2-Sendung gaukelt Zuschauern etwas vor

Agatha Kremplewski
Die neue Model-Jury bei
  • Neue Kandidaten wollen in der neuen Staffel “Curvy Supermodel” groß rauskommen.
  • Unsere Autorin findet: Das Körperbild, das in der Show vermittelt wird, ist absolut daneben.

Auf den ersten Blick ist “Curvy Supermodel” eine Casting-Show wie jede andere auch. Jungen Frauen wird in Aussicht gestellt, ihr Traum von Ruhm, Liebe und Bewunderung könne erfüllt werden.

Dafür müssen sie sich wie Puppen einkleiden und frisieren lassen, mehr oder weniger Haut zeigen, über Krankheiten sprechen und sich filmen lassen, während sie heulend aufs Klo rennen.

Soweit, so erträglich. Und irgendwie auch unterhaltsam.

Der Unterschied bei “Curvy Supermodel” ist nun: Die Models tragen mindestens Kleidergröße 40 - und zwar alle von ihnen. Ein paar Kilos mehr auf den Rippen und dabei trotzdem schön und sexy sein soll hier nicht nur als normal, sondern auch wünschenswert dargestellt werden.

Nicht nur bei “Curvy Supermodel” sind Kurven “in”

Schließlich sind Kurven “in”, was während der Sendung regelmäßig betont wird. Als wären ein voller Busen, ein runder Hintern oder breite Hüften etwas, das man je nach Saison anziehen oder ablegen könnte.

Immer wieder wird davon gesprochen, was für schöne Körper die Kandidatinnen haben. Drei von ihnen waren in ihrer Vergangenheit an Essstörungen erkrankt, alle neun bestätigen, sich mit ihren überschüssigen Pfunden wohl zu fühlen, sogar stolz auf ihre Kurven zu sein.

Und natürlich sehen alle Teilnehmerinnen fantastisch aus - aber darum geht es gar nicht.

Mehr zum Thema:5-Jährige wird als “weltweit schönstes Mädchen” betitelt – so sieht sie aus

An einer Stelle der Sendung sagt Plus-Size-Model und Jurorin Angelina Kirsch: “Wir verkaufen nicht nur Kleider oder Produkte - wir verkaufen ein Lebensgefühl.”

Und was soll dieses Lebensgefühl bitte sein? Dicke Menschen sind auch schön - vorausgesetzt, sie haben ein tolles Editorial-Face oder die Kurven bilden eine perfekte,...

Weiterlesen auf HuffPost