CureVac, Valneva und BioNTech: Sehen wir gerade das Platzen der Impfstoffblase?

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Crash: Blick in den Abgrund Korrektur Börsencrash Aktiencrash
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Vor wenigen Tagen ist die Valneva-Aktie (WKN: A0MVJZ) dramatisch abgestürzt. An einem einzigen Tag hat sich der Kurs fast halbiert. Für diejenigen, die sich schon seit mehreren Monaten mit den Aktien von Impfstoffherstellern beschäftigen, dürfte das eine Art Déjà-vu gewesen sein.

Die Aktienkurse der Impfstoffhersteller brechen ein

Ende Juni ist genau das Gleiche mit der CureVac-Aktie (WKN: A2P71U) passiert. Damals hatte CureVac die finalen Studienergebnisse seines COVID-Impfstoffes CVnCoV veröffentlicht. Das Ergebnis der Studie war eine enttäuschende Wirksamkeit von weniger als 50 %. Seit diesem Zeitpunkt rechnet niemand mehr damit, dass CureVac noch eine bedeutende Rolle in der laufenden Impfkampagne spielen kann. Genau das spiegelt auch der Aktienkurs wider, der sich von dem Kurssturz noch nicht wieder erholt hat. Aktuell kostet eine CureVac-Aktie noch 52,60 Euro (Stand: 14.09.2021, relevant für alle Kurse) und damit etwa halb so viel wie Mitte April.

Selbst die BioNTech-Aktie (WKN: A2PSR2) ist in den letzten Wochen unter die Räder gekommen. Noch vor einem Monat stand die Aktie kurz davor, erstmals die Marke von 400 Euro zu durchbrechen. Aktuell kostete ein Anteilsschein mit 282 Euro schon fast ein Drittel weniger!

Milliardenumsätze rücken für viele in weite Ferne

Scheinbar steckte in den Kursen einfach zu viel Fantasie. Im Fall von CureVac und Valneva war es die Hoffnung auf Milliardenumsätze durch den Impfstoffverkauf. Denn beide Unternehmen machen bisher nur Umsätze in Millionenhöhe. Eine Bewertung in Höhe von mehreren Milliarden Euro kann daher nur durch starkes Wachstum gerechtfertigt werden.

Bei BioNTech bestand vermutlich die Hoffnung, dass die Umsätze noch über Jahre hoch bleiben oder sogar noch weiter steigen. Zwar ist BioNTech dank milliardenschwerer Lieferverträge für dieses und das kommende Jahr noch auf der sicheren Seite, was die Umsätze angeht. Aber darüber hinaus könnte es eng werden. Wie die Nachfrage in der Zukunft aussehen wird, muss sich erst noch zeigen. Angesichts einer aktuellen Bewertung von mehr als 70 Mrd. Euro muss BioNTech auch in den kommenden Jahren Milliardengewinne erzielen, um diesen Wert zu rechtfertigen.

Auch BioNTech könnte die Puste ausgehen

Dank der sprudelnden Gewinne dürfte BioNTech aber in der komfortabelsten Situation der drei Unternehmen sein. Denn allein in der ersten Jahreshälfte lag der Nettogewinn bei 3,9 Mrd. Euro, wohingegen Valneva und CureVac Verluste ausgewiesen haben. BioNTech kann es sich deshalb leisten, sehr viel Geld in Forschung und Entwicklung zu investieren, ohne sich aus externen Quellen Geld besorgen zu müssen. Aber auch hier besteht sicherlich die Gefahr, dass die Umsätze mit dem COVID-Impfstoff relativ schnell versiegen und kein Ersatz bereit ist, der den Umsatz hochhalten könnte. Bei allen drei Aktien besteht deshalb die Gefahr, dass die Fantasie der Anleger die Kurse zu hoch getrieben hat und weitere Kursrückgänge vor der Tür stehen.

Der Artikel CureVac, Valneva und BioNTech: Sehen wir gerade das Platzen der Impfstoffblase? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

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