CureVac bekommt "bis zu 80 Millionen Euro" EU-Kredite für Corona-Impfstoff

Ein Testlabor für Impfstoffe

Das deutsche Pharmaunternehmen CureVac soll von der EU Kredite von "bis zu 80 Millionen Euro" erhalten, um die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus zu beschleunigen. Wie die EU-Kommission am Montag weiter mitteilte, soll die finanzielle Unterstützung über ein per EU-Garantie abgesichertes Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) erfolgen. Den Angaben zufolge hat CureVac bereits ein laufendes Entwicklungsprogramm für einen Impfstoff gegen Covid-19 und will klinische Tests im Juni starten. In den USA begannen unterdessen erste klinische Tests für einen neuen Coronavirus-Impfstoff.

"In dieser Krise der öffentlichen Gesundheit ist es von größter Bedeutung, dass wir unsere führenden Forscher und Technologieunternehmen unterstützen", erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die am Nachmittag mit dem Management der Firma gesprochen hatte. "Wir sind entschlossen, CureVac mit der notwendigen Finanzierung zu versorgen, um die Entwicklung und Produktion eines Impfstoffs gegen das Coronavirus rasch zu beschleunigen."

Die CureVac-Technologie habe in vorläufigen Studien "eine schnelle Reaktion auf Covid-19" versprochen. Bei einem Nachweis könnten "in den bestehenden CureVac-Produktionsanlagen potenziell Millionen von Impfstoffdosen zu geringen Kosten hergestellt werden". Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen aus Tübingen hatte am Sonntag Medienberichte dementiert, es gebe ein Kaufangebot der US-Regierung, die sich die Produktion eines möglichen Impfstoffes sichern wolle.

Wie die US-Gesundheitsbehörde National Institutes of Health (NIH) mitteilte, bekam ein erster Versuchsteilnehmer am Montag den neu entwickelten Impfstoff. Insgesamt solle der Test über rund sechs Wochen an 45 gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren laufen.

Der neue Impstoff heißt mRNA-1273. Er wurde von Wissenschaftlern des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) und dem US-Biotech-Unternehmen Moderna entwickelt. Derzeit gibt es weltweit keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit COVID-19 auslöst.

Der klinische Versuch wird in Seattle im US-Bundesstaat Washington geführt. Es handelt sich um einen Versuch der Phase eins. Für eine Zulassung wären noch eine Reihe weiterer Versuche nötig. Das könnte Schätzungen zufolge mindestens ein Jahr dauern.