Bei der CSU zeichnet sich Ämterteilung zwischen Seehofer und Söder ab

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Seehofer will CSU-Chef bleiben

Im wochenlangen CSU-Machtkampf hat sich vor den entscheidenden Gremiensitzungen am Montag immer klarer eine Ämterteilung zwischen Horst Seehofer und seinem parteiinternen Widersacher Markus Söder abgezeichnet

Im wochenlangen CSU-Machtkampf hat sich vor den entscheidenden Gremiensitzungen am Montag immer klarer eine Ämterteilung zwischen Horst Seehofer und seinem parteiinternen Widersacher Markus Söder abgezeichnet. Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber bestätigte im Norddeutschen Rundfunk, dass Ministerpräsident Seehofer nicht mehr als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl antreten werde. Er werde aber erklären, dass er zu einer erneuten Kandidatur als Parteivorsitzender bereit sei.

Am Montagmorgen kam in München zunächst die CSU-Landtagsfraktion zusammen. Dabei wird eine Abstimmung über den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr erwartet. Als wahrscheinlichster Kandidat gilt Finanzminister Markus Söder. Der CSU-Europaabgeordnete Ferber sagte dazu im NDR, er gehe davon aus, dass Söder eine Mehrheit habe. Es wird spekuliert, ob Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gegen ihn antritt.

Nach den monatelangen Personalquerelen begrüßte der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) die erwartete Vorentscheidung in dem parteiinternen Machtkampf. "Also es ist jedenfalls gut, wenn es heute zu einer Vorentscheidung und am Parteitag zu einer möglichst einvernehmlichen Entscheidung kommt", sagte Beckstein im Bayerischen Rundfunk.

Die Diskussion in der Vergangenheit habe die Partei in große Schwierigkeiten geführt, kritisierte Beckstein. "Einigkeit ist notwendig, wenn man Wahlen gewinnen will", mahnte der CSU-Politiker seine Parteifreunde.

Er sprach sich dafür aus, dass Seehofer die Verhandlungen zur Regierungsbildung in Berlin weiterführt. Dies könne er "aus der Funktion des Parteivorsitzenden oder des Ministerpräsidenten", sagte Beckstein. Er brauche "keinesfalls beide Ämter, um dort wirksam aufzutreten".

Nach der CSU-Landtagsfraktion kommt am Montag in München auch der Parteivorstand zusammen. Die Gremien sollen die Vorentscheidungen für einen CSU-Parteitag treffen, der Mitte Dezember ansteht.