CSU-Vize Weber verteidigt Vertagung der Personalentscheidungen

"Viel Unterstützung" für Seehofer

Der stellvertretende CSU-Chef Manfred Weber hat die Vertagung der Personalentscheidungen bei den Christsozialen verteidigt. In allen Gremien habe es "viel Unterstützung" für den Vorschlag von Parteichef Horst Seehofer gegeben, sagte Weber am Freitag im Bayerischen Rundfunk. Es sei von allen Seiten guter Wille zu spüren.

Seehofer hatte sich in stundenlangen Sitzungen mit den CSU-Führungsgremien darauf verständigt, am 4. Dezember vom CSU-Vorstand das künftige Personaltableau der Christsozialen festzurren zu lassen. Offen blieb, ob der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident eines seiner Ämter abgeben will.

Ob Weber selbst den CSU-Vorsitz oder das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten anstrebt, ließ der Europaparlamentarier ebenfalls offen. "Ich habe mich immer gefreut, dass ich von der Basis auf Parteitagen in der CSU viel Unterstützung bekommen habe", sagte er. Von ihm und allen anderen sei jetzt die Bereitschaft notwendig, aufeinander zuzugehen.

Der ehemalige CSU-Chef Erwin Huber forderte Seehofer auf, sich mit dem als Nachfolgefavorit im Amt des Ministerpräsidenten geltenden Landesfinanzminister Markus Söder zu verständigen. "Wenn ? zur Überraschung von vielen ? sich CSU und sogar Grüne bei den Jamaika-Verhandlungen angenähert und eigentlich ein Verständnis erreicht haben, dann muss das auch zwischen zwei Parteifreunden möglich sein", sagte Huber im Südwestrundfunk.

Huber sagte, er halte eine Doppelspitze, bei der das Amt des CSU-Parteichefs vom Amt des bayerischen Ministerpräsidenten getrennt ist, für erfolgversprechend. Deswegen habe der Parteivorstand auch gestern die Entscheidung über die Spitzenposten in der CSU vertagt: "Es ist besser, eine größere Zukunftslösung zu machen." Die CSU solle ein Konzept für die kommenden Jahre aufstellen. Dieses müsse Parteivorsitz, Spitzenkandidatur und die gesamte Aufstellung für die Landtagswahl 2018 in Bayern umfassen.

CSU-intern gilt als das favorisierte Modell derzeit der Verzicht Seehofers auf das Ministerpräsidentenamt, dann könnte Söder in München übernehmen, während Seehofer nach Berlin wechselt.

Der ehemalige stellvertretende CSU-Chef Peter Gauweiler nannte Seehofers Vorgehen bei der Klärung seiner Nachfolge mit dem von ihm eingesetzten Beratergremium "lächerlich". "Wer legitimiert die Kommission, die sich Horst Seehofer da ausgesucht hat? Wir sind keine Oligarchenpartei", sagte Gauweiler der "Bild"-Zeitung vom Freitag. Seehofer hatte als Beraterkreis die CSU-Ehrenvorsitzenden Theo Waigel und Edmund Stoiber sowie Landtagspräsidentin Barbara Stamm eingesetzt, diese sollen ihm bei der Nachfolgefrage zur Seite stehen.