CSU sackt in Bayern-Umfrage weiter ab

CSU-Chef Seehofer unter Druck

Die CSU verliert bei den bayerischen Wählern weiter an Zustimmung. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des GMS-Instituts für "17:30 SAT.1 Bayern" sackten die Christsozialen auf 37 Prozent ab. Wäre am Sonntag Landtagswahl, kämen die SPD auf 15 Prozent, die AfD auf 14 Prozent und die Grünen auf zehn Prozent.

Acht Prozent würden laut der Umfrage für die FDP, sieben Prozent für die Freien Wähler stimmen. Die Linkspartei würde mit drei Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.

Bei der Bundestagswahl am 24. September hatte die CSU nur gut 38 Prozent der Stimmen in Bayern geholt und befürchtet nun bei der Landtagswahl im Herbst 2018 den Verlust ihrer absoluten Mehrheit. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer steht in den eigenen Reihen mächtig unter Druck. Als möglicher Nachfolger wird Seehofers Widersacher, der bayerische Finanzminister Markus Söder, gehandelt. Personalentscheidungen werden bei einer Vorstandssitzung am kommenden Montag erwartet.

Der Führungsstreit in der CSU hinterlässt bei den Wählern ein verheerendes Bild. In der Umfrage für "17:30 SAT.1 Bayern" sagen nur elf Prozent der Befragten, dass die CSU "eher einig und geschlossen" wirke. Für "eher zerstritten" halten die Partei 83 Prozent. Auch 75 Prozent der CSU-Wähler sehen die Partei demnach als zerstritten an.

Nur noch 17 Prozent der Befragten wünschen sich der Erhebung zufolge eine Alleinregierung der CSU. Dagegen sind 51 Prozent für eine "CSU-geführte Staatsregierung mit Koalitionspartner" und 21 Prozent für eine Koalitionsregierung ohne CSU.

Dass Seehofer als Ministerpräsident und Parteichef vorerst weitermacht, wollen demnach nur noch 21 Prozent der Befragten. Dagegen sprechen sich 26 Prozent dafür aus, dass er beide Ämter sofort aufgibt. 33 Prozent finden, Seehofer sollte den Parteivorsitz vorerst behalten, aber als Ministerpräsident sofort zurücktreten. 14 Prozent bevorzugen die Option, dass Seehofer bis zur Landtagswahl Ministerpräsident bleibt, aber den Parteivorsitz sofort abgibt. Für die Umfrage wurden 1006 Wahlberechtigte vom 27. bis 29. November befragt.