CSU-Parteivize Bär räumt ein: Müssen am Thema Frauen noch arbeiten

Nach der Vergabe der CSU-Ministerposten für das neue Bundeskabinett hat die stellvertretende Parteichefin Dorothee Bär eingeräumt, dass die CSU noch am Thema Frauen arbeiten müsse. Es gebe auch relativ wenige weibliche CSU-Bundestagsabgeordnete, "wir sind nur acht von 46", sagte Bär dem Bayerischen Rundfunk am Dienstag. "Und das ist natürlich auch schon mal von der Grundlage her viel zu wenig."

Bär geht für die CSU als Staatsministerin für Digitales nach Berlin. Die 39-Jährige ist die einzige Frau in der Ministerriege aus Bayern, ihr künftiger Arbeitsplatz ist im Kanzleramt. Die drei eigenständigen CSU-Ressorts werden von Männern besetzt: Parteichef Horst Seehofer wird Bundesinnenminister, der bisherige Generalsekretär Andreas Scheuer wird Verkehrsminister und Gerd Müller bleibt Entwicklungsminister.

Bär sagte dem BR weiter, sie arbeite "schon seit Jahren dran, dass wir auch von den Mitgliedern her auch mehr junge Frauen bekommen". Aber sogar in ihrem eigenen Freundeskreis stoße sie da an Grenzen.

Offene Kritik an der CSU-Ministerriege übte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Malu Dreyer. "Ein Bundeskabinett, in dem genauso viele Frauen wie Männer vertreten sind, wäre ein starkes Signal gewesen. Das hat die CSU nun leider verhindert", sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts sei das eine Enttäuschung.