CSU-Landesgruppenchef Dobrindt gegen WM-Boykott

CSU-Landesgruppenchef Dobrindt gegen WM-Boykott

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hält nichts von einem Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Vielmehr würde ein solcher "dem Ansinnen, auch in schwierigen Lagen Gesprächskanäle offenzulassen, sehr entgegenwirken", sagte der 47-Jährige der Tageszeitung Die Welt. 
Nach der deutlichen Bestätigung Wladimir Putins im Präsidentenamt am Sonntag setzte der frühere Verkehrsminister Dobrindt auf einen rationalen Austausch mit dem zuletzt skandalumwitterten Riesenreich.
"Meine Hoffnung liegt eher darauf, dass die russische Seite gerade im Rahmen einer Fußball-WM um die Wirkung und Sichtbarkeit ihres Handelns weiß und sich konstruktiver verhält", sagte Dobrindt. Vor ihm hatten sich bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und DFB-Präsident Reinhard Grindel gegen einen Boykott der WM (14. Juni bis 15. Juli) positioniert.
Zuletzt stand Russland vor allem wegen des Gift-Anschlags auf den Ex-Spion Sergej Skripal in der englischen Kleinstadt Salisbury in der Kritik. Großbritannien macht den russischen Staat für den Angriff verantwortlich und hatte öffentlich einen WM-Boykott zur Disposition gestellt. Auch die aktive Teilnahme der Russen im Syrien-Krieg war zuletzt immer wieder Gegenstand der Empörung.
Als entscheidend für eine Entspannung der Lage sieht Dobrindt derweil Putins weiteres Vorgehen nach der erfolgreichen Wahl an. "Spannend ist jetzt, ob und wie Putin seine Regierung umbildet. Kommen Reformer oder Hardliner? Man kann nur hoffen, dass wir nun, nach der Wahl und im Vorfeld der Fußball-WM, seitens Russlands eine konstruktivere Haltung erleben", sagte er.