CSU kürt neues Spitzenduo Söder und Seehofer

Horst Seehofer und Markus Söder

Mit dem Spitzenduo Horst Seehofer und Markus Söder geht die CSU in das wegweisende Wahljahr 2018. Auf einem Parteitag in Nürnberg kürten die Delegierten den designierten Ministerpräsidenten Söder am Samstag zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst kommenden Jahres. Seehofer wurde als Parteichef wiedergewählt, allerdings mit dem bisher schlechtesten Ergebnis. Die einstigen Widersacher riefen die Partei zur Geschlossenheit auf.

In einer offenen Abstimmung votierten die Delegierten in Nürnberg fast einstimmig für Söder als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl. Es gab nur vereinzelte Gegenstimmen unter den mehr als 800 CSU-Politikern. In den ersten Monaten des kommenden Jahres soll Söder das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen.

Der scheidende Regierungschef Seehofer erhielt in der geheimen Wahl zum Parteivorsitz 83,7 Prozent der Stimmen. Vor zwei Jahren hatte er mit 87,2 Prozent bereits sein bis dahin schlechtestes Ergebnis bei der Wahl zum Parteivorsitz eingefahren. Allerdings galt vor der Abstimmung ein Ergebnis über der 80-Prozent-Marke bei der CSU als respektabel. Seehofer sprach von einer "guten Grundlage" für die kommenden Monate.

Mit dem Votum für das neue Spitzenduo wurde auf dem Parteitag ein monatelanger Machtkampf beendet. Anfang Dezember hatte sich die CSU-Spitze auf die Ämterteilung zwischen Seehofer und Söder geeinigt. Der Parteichef stand vor allem wegen des schlechten Abschneidens der CSU bei der Bundestagswahl Ende September unter Druck. Die Partei befürchtet, bei der Wahl im kommenden Jahr die absolute Mehrheit im bayerischen Landtag zu verlieren.

Seehofer sicherte Söder Solidarität zu. "Er kann sich auf meine Unterstützung total verlassen", sagte der CSU-Chef. Er versicherte, er habe im bayerischen Kabinett immer gut mit Söder zusammengearbeitet. Dieser habe in allen Ämtern "vorzügliche, bravouröse, fehlerfreie Arbeit abgeleistet". Seehofer versicherte, er werde sich bei den anstehenden Sondierungsgesprächen von Union und SPD zur Regierungsbildung in Berlin eng mit Söder abstimmen.

Der designierte Ministerpräsident lobte seinerseits die Arbeit Seehofers und zollte ihm Respekt, das Amt nun abzugeben. "Es ist nicht einfach, einen solchen Vorschlag zu machen", sagte der derzeitige Finanzminister. Seehofer habe eine "ganz hervorragende Arbeit" für die CSU und Bayern geleistet. "Wir sind eine Verantwortungsgemeinschaft", sagte Söder zudem der "Bild am Sonntag" mit Blick auf Seehofer. Alles andere sei Vergangenheit.

Söder zeigte sich mit Blick auf den Wahlkampf im kommenden Jahr kämpferisch. Er verspreche keine Prozentzahl, aber er verspreche seine "ganze Kraft und seine ganze Leidenschaft". In einem ARD-Interview wollte er sich allerdings nicht auf das Ziel festlegen, die absolute CSU-Mehrheit im Landtag zu verteidigen. "Wir wollen Bayern weiter prägen und wir wollen so stark wie möglich sein", sagte er lediglich. In Umfragen liegt die CSU derzeit unter der 40-Prozent-Marke.

Der Parteitag sei "extrem gut gelaufen", sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt. Er äußerte sich überzeugt, dass das Duo Seehofer-Söder funktionieren werde. Wie beim Fußball seien "nicht alle, die da auf dem Spielfeld sind, automatisch die engsten Freunde", sagte Dobrindt im Deutschlandfunk, doch "sie arbeiten in einem Team zusammen".