CSU-Vorstand soll Anfang Dezember Personalvorschlag machen

CSU-Chef Seehofer

In zehn Tagen soll der Machtkampf in der CSU endgültig beigelegt sein: CSU-Chef Horst Seehofer verständigte sich am Donnerstag in stundenlangen Sitzungen mit den CSU-Führungsgremien darauf, am 4. Dezember vom CSU-Vorstand das künftige Personaltableau der Christsozialen festzurren zu lassen. Offen blieb, ob der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident eines seiner Ämter abgeben will - die Partei dementierte eine Vorfestlegung auf Markus Söder als Ministerpräsidenten.

Seehofer hatte mit den Worten "heute Abend wird alles klar sein" selbst hohe Erwartungen geweckt, dass die CSU schon am Donnerstag die durch das historisch schlechte Abschneiden bei der Bundestagswahl ausgelöste Führungsdebatte um Seehofer beenden wird. Im Anschluss an die Gespräche sagte Seehofer, zu Fragen wie einer Ämtertrennung von Ministerpräsident und Parteichef sowie zu Personen habe es "keine Debatte" in Fraktion und Vorstand gegeben.

Seehofer bestritt, mit der Vertagung auf Anfang Dezember auf Zeit zu spielen. "Es ist schlicht und einfach die Suche nach einer Zukunftslösung für die CSU, deshalb brauchen wir Zeit und nicht, weil ich Zeit brauche, ich für mich." Klarheit heiße für ihn, "wir wissen um das Verfahren". Der Parteivorstand soll einen Vorschlag für die Vorstandswahlen machen, die auf dem CSU-Parteitag vom 15. bis 16. Dezember stattfinden.

Zwischenzeitlich sorgten Gerüchte für Aufregung, sein Finanzminister Söder solle neuer Ministerpräsident werden. Seehofer bestritt ebenso wie Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer entsprechende Absprachen. Söder selbst äußerte sich nicht zu seinen Ambitionen, er forderte mehrfach Geschlossenheit der CSU und beschrieb die Lage der CSU als ernst. In der Landtagsfraktion gilt Söder als Favorit für eine Seehofer-Nachfolge als Ministerpräsident.

Nach dem Parteivorstand räumte Seehofer indirekt ein, dass er sich im Vorstand eigentlich doch auch zu seiner Person äußern wollte. Er habe sich aber bei seinen Gesprächen am Donnerstag "Ratschlägen gebeugt".

Der CSU-Chef sagte, er sehe seine eigene Zukunft "ziemlich entspannt". Ziel sei eine Zukunftslösung für die Partei. Dass er dazu die CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber und Theo Waigel und die Landtagspräsidentin Barbara Stamm als Berater berief, begründete Seehofer damit, Transparenz schaffen zu wollen.

Wie der CSU-Chef sagte, gab es für ihn im Zuge der Jamaika-Sondierungen auch mehrere Angebote, in eine neue Bundesregierung einzutreten. "Ich habe aber nichts zugesagt", deshalb sei er jetzt frei in seinen Entscheidungen.

Seehofer steht seit dem historisch schlechten CSU-Ergebnis bei der Bundestagswahl mit nur noch 38,8 Prozent der Stimmen parteiintern unter Druck. Mehrere CSU-Verbände, darunter die Junge Union, forderten zumindest im Amt des Ministerpräsidenten einen Wechsel.