Cristiano Ronaldos Traumtor gegen Juventus Turin: Maschine in Menschengestalt

Real Madrid hat im Viertelfinale der Champions League deutlich mit 3:0 gegen Juventus gewonnen. Mittendrin: Cristiano Ronaldo, der nicht nur mit seinem spektakulären Treffer zum 2:0 absolut entscheidend war.

Cristiano Ronaldo erzielte mit einem Fallrückzieher das 2:0 gegen Juventus. (Bild: Getty Images)

Zinedine Zidane ist nicht leicht zu beeindrucken. Der Franzose hat als Spieler und Trainer schon fast alles erlebt und doch musste er am späten Dienstagabend in Turin feststellen: “Ich bin ein bisschen eifersüchtig.”

Eifersüchtig auf seinen großen Star. Cristiano Ronaldo hatte wenige Minuten zuvor eines der besten Spiele seiner Karriere abgeliefert. Er erzielte das 1:0 und bereitete das 3:0 mit vor. Zwischendrin ein sensationeller Treffer zum 2:0 per Fallrückzieher.

Sicherlich eines der schönsten Tore in der Geschichte der Champions League. Es war ein perfekter Fallrückzieher, mit gestrecktem Bein, wunderbarer Haltung in der Luft und einer unfassbaren Kraft dahinter.

Juventus-Fans bejubelten Ronaldo

Selbst ein Weltklasse-Torwart wie Gianluigi Buffon war mit dem Geschoss überfordert: “Cristiano kann man mit Maradona, Pele und Messi vergleichen. Es sind Spieler, die mit solchen Aktionen ein Spiel alleine entscheiden können.”

Große Worte eines großen Spielers. Doch nicht nur Buffon zeigte nach dem Treffer Ronaldos große Klasse. Die Fans auf den Rängen der Juventus Arena zögerten kurz, dann erhoben sie sich. Spanier wie Italiener, neutrale Zuschauer wie Fans.

Der Portugiese, sonst scheiden sich an ihm die Geister, hatte in diesem Moment den vollen Respekt aller Anwesenden sowie aller TV-Zuschauer. Ein großartiges Tor in einem großartigen Spiel.




Ronaldo trainierte Fallrückzieher

“Von welchem Planeten kommst du?”, fragte die spanische Zeitung AS in ihrer Überschrift. In den sozialen Medien wurde Ronaldo schnell als “surreal” bezeichnet, die Fans überboten sich mit Huldigungen.

Wenige Stunden später kann die Fußball-Welt einen exklusiven Blick in die Welt von Ronaldo werfen. Bilder vom Training vor der Juventus-Partie zeigen Ronaldo, wie er eben jenen Fallrückzieher übt.

Es ist ein Abbild der Karriere von CR7, wie er seine Marke nennt. Die Leistungen des 33-Jährigen sind wie bei keinem anderen das Produkt harter Arbeit und stetem Training. Ronaldo hat auch seine größten Momenten wieder und wieder geübt.


Fallrückzieher keine plötzlich Eingebung

Er ist vielleicht nicht das größte Fußball-Talent dieser Welt, spielt doch immer noch ein gewisser Messi beim FC Barcelona. Aber Ronaldo hat sich selbst längst auf ein ähnliches Niveau gehoben.

Er trainiert länger als seine Teamkameraden, er trainiert spezifischer. Ronaldo hat seinen Schlafzyklus umgestellt, um stets die perfekte Energiebereitstellung gewährleisten zu können. Er ist eine Maschine in Menschengestalt.

Momenten wie in Turin sind bei Ronaldo keine plötzlich Eingebung, sondern das Produkt detaillierter Vorbereitung. Dazu zählt auch, dass er nun in zehn folgenden Partien der Champions League getroffen hat. Ein Rekord, das versteht sich von selbst.

“Danke, Grazie, Italien”

In einem seiner besten Momente zeigte sich dann sogar der sonst so selbstbewusste Ronaldo demütig: “Danke, Grazie, Italien. Danke an all die fantastischen Fans von Juve. Was sie für mich getan haben, war einfach unglaublich. Das ist mir in meiner Karriere noch nie passiert.”

Er habe laut eigenen Aussagen “nicht erwartet” den Ball derart perfekt zu treffen. Wobei er natürlich wusste, dass sein Training sich auszahlen wird. Auch das ist Ronaldo: “Auf so einen Moment habe ich lange gewartet, heute hatte ich die Möglichkeit und habe sie genutzt.”

Nur einer wollte an diesem Abend nicht das volle Scheinwerferlicht auf Ronaldo werfen. “Mein Tor war schöner”, witzelte Zidane im Anschluss. Da mag er Recht haben. Ganz besonders, weil er es 2002 in Glasgow gegen Bayer Leverkusen erzielte. Im Finale der Champions League.