CRISPR Therapeutics: Gewinne dank DNA-Revolution

Michel Doepke
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Die sogenannten Gen-Scheren gelten als das Universalwerkzeug für Therapien der nächsten Generation. Egal ob Krebs oder genetisch bedingte Erkrankungen: Dank der präzisen Anwendung dieser Technologie können Stellen im menschlichen Erbgut zielgenau und fehlerfrei verändert oder ersetzt werden.

Ein Pionier in diesem Forschungsbereich ist die Schweizer Firma CRISPR Therapeutics. Zu den Großaktionären zählen unter anderem Bayer, GlaxoSmithKline, Vertex und Celgene. Apropos Celgene: Seit der Reduzierung der Beteiligung im Dezember geht die Aktie von CRISPR Therapeutics regelrecht durch die Decke. Aus fundamentaler Sicht hat sich allerdings bei den Schweizern seither wenig getan, was diese fulminante Aufwärtsbewegung rechtfertigen würde. Das erhöhte Kursniveau wurde lediglich Anfang Januar 2018 zu einer Kapitalerhöhung genutzt. Hinzu kommt, dass CRISPR Therapeutics bis dato nicht eine einzige klinische Studie mit dem Ansatz der Gen-Schere CRISPR durchgeführt hat.

In diesem Jahr soll es endlich so weit sein. Durch die Neubewertung bringt das Unternehmen mittlerweile rund 2,3 Milliarden Dollar auf die Börsenwaage. Dies zeigt, welche hohen Erwartungen der Markt an diese Technologie hat. Trotz der frühen Phase der Forschung und der Milliardenbewertung gilt CRISPR Therapeutics sogar als Übernahmekandidat.

Gutes Timing

Bei Kursen von über 40,00 Euro und rund 160 Prozent Gewinn hat DER AKTIONÄR dazu geraten, einen Teil der Gewinne umzuschichten. Die Bewertung von CRISPR Therapeutics beinhaltet mittlerweile zu viele Vorschusslorbeeren. Wer dennoch auf den spekulativen Gen-Schere-Zug aufspringen möchte, sollte eher einen Fuß bei dem CRISPR-Spezialisten Intellia Therapeutics (WKN A2AG6H) oder beim Zinkfinger-Nukleasen-Favoriten Sangamo (WKN 936386) in die Tür setzen.

Hinweis: Dieser Artikel erschien bereits in einer abgeänderten Form als Bulle der Woche in Ausgabe 11/2018, welche Sie hier bequem downloaden können.