CRISPR Therapeutics: Celgene reduziert Beteiligung – Gerüchteküche brodelt

Michel Doepke
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Illumina-Zahlen: Böse Überraschung?

Im schwachen Gesamtmarkt schlägt sich die Aktie von CRISPR Therapeutics trotz Kursverdopplung binnen weniger Wochen erstaunlich gut. In einer volatilen Bandbreite konsolidieren die Papiere auf überraschend hohem Niveau. Celgene nutzt die Gunst der Stunde und hat sich von einem weiteren Aktienpaket am Gen-Schere-Spezialisten verabschiedet. Und auch das Personalkarussell dreht sich bei CRISPR Therapeutics.

Bill Lundberg wird den Posten als CSO (Chief Scientific Officer) räumen und fortan als Senior Advisor sowie als Leiter des wissenschaftlichen Beirates agieren. Interessant, dass dieser Wechsel vor dem Start erster klinischer Studien mit dem CRISPR-Ansatz stattfindet. Noch interessanter ist der Rückzug von Celgene.

Großaktionär macht den Rückzug

Per Ende September 2017 war Celgene mit 12,1 Prozent an CRISPR Therapeutics beteiligt. Am 22. Dezember erfolgte die Meldung, dass der Biotech-Gigant nur noch rund 3,3 Millionen Papiere an der Schweizer Biotech-Schmiede besitzt, was 8,1 Prozent der Anteile entspricht. Nun hat Celgene weitere zwei Prozent beziehungsweise 506.000 Aktien vom Gen-Schere-Spezialisten veräußert. Dient der Verkauf einer Teilfinanzierung der Übernahme von Juno Therapeutics? Oder möchte Celgene in Zukunft auf eine andere Technologie setzen?

Fokus auf Zinkfinger-Nukleasen?

DER AKTIONÄR hat bereits auf Sangamo Therapeutics aufmerksam gemacht, die im Gegensatz zu CRISPR Therapeutics auf eine andere vielversprechende Technologie setzt. Auf der Homepage des Columbia University Medical Center ist vor Kurzem ein Beitrag zu Celgenes Krebszentrum aufgetaucht, in dem der Konzern betont, dass Zinkfinger-Transkriptionsfaktoren ein „aussichtsreicher Bereich“ für die Wirkstoffforschung sind. Und genau auf diesen Bereich hat sich Sangamo Therapeutics spezialisiert.

Es bleibt dabei: Die Entwicklung im Bereich der Gen-Scheren ist hochspannend. CRISPR Therapeutics mausert sich immer mehr zum Übernahmekandidaten, trotz des Rückzugs von Celgene. Mit Bayer und Vertex Pharmaceuticals zählt die Biotech-Firma zwei weitere namhafte Großaktionäre. Investierte Anleger geben keine CRISPR-Aktie her und sichern die Position mit einem Stoppkurs bei 27 Euro ab. Sangamo Therapeutics rückt auch immer stärker in den Fokus der Anleger. Der jüngste Kursrücksetzer basiert nicht auf negativen Nachrichten oder Analystenkommentaren. Es handelt sich um normale Gewinnmitnahmen. Eine kleine Position des hochinteressanten Biotech-Unternehmens darf in keinem spekulativ ausgerichteten Depot fehlen.