Cresco Labs vs. Canopy Growth – welche ist die bessere Cannabis-Aktie?

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Wichtige Punkte

  • Cresco Labs hat nicht aggressiv expandiert, aber auch eine kleine Präsenz wirkt Wunder.

  • Canopy Growth ist weltweit vertreten, was sich zu seinen Gunsten auswirken könnte.

Cannabis ist in den USA auf Bundesebene illegal. Das macht es für kanadische Unternehmen schwierig, auf diesem Markt zu expandieren. Aber das hat US-Unternehmen nicht davon abgehalten, ebenfalls durchzustarten. Selbst mit einem begrenzten legalen Markt florieren die US-Cannabis-Unternehmen, da die Legalisierung in den US-Bundesstaaten immer weiter voranschreitet. Darunter das in Illinois ansässige Unternehmen Cresco Labs (WKN: A2PAHM), mit einer Marktkapitalisierung von 2,1 Mrd. US-Dollar in der Liste der Top-Anwärter im Cannabis-Bereich.

Auch wenn Canopy Growth (WKN: A140QA) ein starkes Unternehmen und auch größer ist (mit einer Marktkapitalisierung von 5,3 Mrd. US-Dollar), gibt es andere Faktoren, die vor einer Investition zu berücksichtigen sind. In welche Cannabis-Aktie sollte man im Moment sein Geld investieren?

Was für Cresco Labs spricht

Mit 40 Apotheken in zehn US-Bundesstaaten bekommt Cresco Labs jede Menge Aufmerksamkeit. Der vertikal integrierte Betreiber ist in mehreren Bundesstaaten tätig und hat seine Einnahmen kontinuierlich gesteigert. Dazu hat man sich auf wichtige Cannabis-Märkte wie Pennsylvania, Illinois und Ohio konzentriert, die nur begrenzte Lizenzen anbieten. Diese Staaten legen eine Obergrenze fest, wie viele Lizenzen sie ausstellen und wie viele Geschäfte in einem Staat betrieben werden können. So konnte Cresco einen treuen Kundenstamm für Marken wie Mindy’s Edibles, High Supply und weitere aufbauen, was zu den 101 Mio. US-Dollar allein aus Einzelhandelseinnahmen im zweiten Quartal, das am 30. Juni endete, beigetragen hat. Illinois, ein relativ neuer Markt für Freizeit-Cannabis (die Legalisierung erfolgte im Januar 2020), verzeichnete außergewöhnliche Umsätze.

Die Gesamteinnahmen des Unternehmens beliefen sich auf 210 Mio. US-Dollar, ein sattes Plus von 123 % im Vergleich zum Vorjahr. Cresco meldete auch einen Nettogewinn von 2,7 Mio. US-Dollar im zweiten Quartal, gegenüber einem riesigen Verlust von 41 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Cresco erwartet, bis Ende 2021 einen Gesamtumsatz von 1 Mrd. US-Dollar zu erzielen, wobei die Bruttogewinnspanne in den nächsten beiden Quartalen 50 % überschreiten soll.

Wenn das Unternehmen am 11. November seine Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegt, werden wir mehr erfahren.

Was für Canopy Growth spricht

Canopy Growth ist ein renommierter Name der Cannabis-Branche. Doch die Anleger sind skeptisch, weil das Unternehmen erst mit Verzögerung profitabel wird. CG steigert seine Einnahmen, aber das Wachstum reicht nicht aus, um Gewinne zu erwirtschaften. Die Nettoeinnahmen im ersten Quartal (das am 30. Juni endete) beliefen sich auf 136 Mio. Kanadische Dollar, was einem Anstieg von 23 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Unternehmen verzeichnete ein starkes Wachstum auf dem kanadischen Markt für Freizeit- und medizinische Produkte. Canopys breite Palette an Cannabis-Derivaten (zusätzliche Freizeitprodukte, die Kanada im Oktober 2019 legalisiert hat) war ein Erfolg bei den Verbrauchern und hat den Umsatz angekurbelt.

Finanziell ist Canopy derzeit vor allem deshalb gut aufgestellt, weil Constellation Brands hinter dem Unternehmen steht. Der US-Getränkeriese ging 2018 eine Partnerschaft mit dem Unternehmen ein und hält nach der Ausübung seiner Optionsscheine einen Anteil von 39 % an Canopy. Es beendete das zweite Quartal mit 2,1 Mrd. US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen.

Aber wenn Canopy nicht anfängt, Gewinne zu machen, dürfte sich das bald ändern. Die internationalen Cannabis-Einnahmen des Unternehmens gingen im ersten Quartal um 8 % im Vergleich zum Vorjahr auf 19 Mio. Kanadische Dollar zurück, was auf die durch das Coronavirus verursachten Sperrungen in vielen Ländern zurückzuführen ist. Der US-amerikanische Markt ist für das Unternehmen immer noch ein aussichtsloses Unterfangen. Derweil kann Canopy seine globale Präsenz (Europa, Afrika und Südamerika) und seine Stärke auf den kanadischen Märkten nutzen, um seine Einnahmen zu steigern und Gewinne zu erzielen. Das Management erklärte in den Q1-Ergebnissen, dass das Unternehmen auf dem besten Weg sei, das Umsatzwachstum zu beschleunigen und bis Ende des Geschäftsjahres 2022 ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zu erzielen. So konnte man den EBITDA-Verlust auf 64 Mio. Kanadische Dollar reduzieren, gegenüber 92 Mio. Kanadischen Dollar im Q1 2021.

Was ist die bessere Wahl?

Hier ist wohl Cresco Labs die sicherere Möglichkeit. Canopy hat aufgrund der Marktpräsenz von Constellation viele Möglichkeiten auf dem US-Markt, aber wenn die Legalisierung auf US-Bundesebene erfolgt, werden vor allem US-Unternehmen in erster Linie davon profitieren. Außerdem ist Cresco Labs bereits profitabel, während Canopy immer noch kein positives EBITDA erzielt. Cresco Labs ist eine sichere Option für Anleger, die ihr Geld vermehren wollen. Wachstum ist für Canopy nicht unmöglich, aber es könnte eine Weile dauern. In Anbetracht all der positiven Aspekte von Cresco Labs ist es die bessere Cannabis-Aktie, die man jetzt und auf lange Sicht kaufen sollte.

Der Artikel Cresco Labs vs. Canopy Growth – welche ist die bessere Cannabis-Aktie? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Sushree Mohanty besitzt keine der angegebenen Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Constellation Brands und Cresco Labs Inc. Dieser Artikel erschien am 31.10.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

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