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Creditreform: 'Zeichen im Handwerk stehen auf Abschwung'

MÜNCHEN (dpa-AFX) -Die teure Energie und die gestiegene Inflation machen dem Handwerk nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform enorm zu schaffen. Zwei Drittel der Betriebe beurteilten ihre Geschäftslage im Moment noch als positiv. Aber die Ertragserwartungen seien eingebrochen und die Investitionsbereitschaft sei am Boden. "In Verbindung mit rückläufigen Auftragseingängen und der Zinswende stehen die Zeichen im Handwerk auf Abschwung", sagte der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik- Ludwig Hantzsch, am Mittwoch auf der Internationalen Handwerksmesse in München.

Creditreform hatte im Januar und Februar über 1300 Handwerksbetriebe in Deutschland befragt. Niedrige Eigenkapitalquoten und schmelzende Rücklagen hätten bereits Spuren hinterlassen, sagte Hantzsch: Die Zahl der Insolvenzen im Handwerk sei im vergangenen Jahr um 12 Prozent - und damit weit stärker als in der Gesamtwirtschaft - auf 3270 Fälle gestiegen. Bedenklich sei auch, dass es häufiger als im Vorjahr zu Forderungsausfällen kam. Nur jeder fünfte Betrieb blieb von Forderungsverlusten verschont.

"Die deutlich verschlechterten Geschäftsaussichten zeigen sich besonders in den Ertragserwartungen, die im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen sind", sagte Hantzsch. Maximal rechneten die Betriebe mit einer stabilen Ertragslage. Fast jeder vierte Befragte erwarte sinkende Gewinne.

Nur noch 47 Prozent der Betriebe wollten in naher Zukunft investieren. Steigende Finanzierungskosten und die schwache Auftragsentwicklung führten dazu, dass selbst auf dringend notwendige Ersatzinvestitionen zum Teil verzichtet werde. "Auch im Vergleich der letzten zehn Jahre ist die aktuelle Investitionsbereitschaft am Boden." Zudem hätten 83 Prozent der befragten Betriebe Schwierigkeiten, Arbeitskräfte und Azubis zu finden. "Der Fachkräftemangel im Handwerk ist fatal", sagte Hantzsch.