Credit Suisse zahlt für Finanzspritze Zinsen auf Ramschniveau

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Die Credit Suisse Group AG zahlt einen hohen Preis, um die Nachfrage nach Anleihen anzukurbeln, die ihr eine dringend benötigte Finanzspritze verschaffen sollen.

Die angeschlagene Schweizer Großbank vermarktet eine festverzinsliche Dollar-Anleihe mit einer Laufzeit von 11 Jahren zu einem Zinssatz von rund 9%, der laut Bloomberg-Indizes eher mit den derzeitigen Preisen von Hochzinsanleihen vergleichbar ist.

Am Mittwoch verkauften die Zürcher eine Euro-Anleihe mit einem spektakulären Kupon von 7,75% - der zweithöchste, der je für eine neue nicht nachrangige Investment-Grade-Bankanleihe in Euro erzielt wurde.

Die Ramschrenditen stehen symbolisch für die Probleme der Bank, die derzeit einen umfassenden Stellenabbau umsetzt, ihre Investmentbank ausgliedert, die Verbriefungssparte abstößt und eine Kapitalerhöhung durchführt.

Beide Anleihen ziehen dank der angebotenen Kupons eine große Nachfrage an und sind stark überzeichnet. Laut informierten Kreisen erhielt die 2-Milliarden-Dollar-Anleihe Nachfrage in Höhe von 8 Milliarden Dollar auf dem US-Markt, während Nachfrage von 7,5 Milliarden Euro für die 3-Milliarden-Euro-Anleihe in Europa gebucht wurden.

Ein Sprecher der Credit Suisse lehnte eine Stellungnahme ab.

Das langfristige Rating der Credit Suisse war letzte Woche von S&P Global Ratings auf nur eine Stufe über Junk-Niveau herabgestuft worden, wobei die Agentur “wesentliche Ausführungsrisiken” bei der Restrukturierung als Grund angab.

Die durchschnittliche Rendite nicht nachrangiger Bankanleihen in Euro hat sich im laufenden Jahr auf 4,3% mehr als verzehnfacht, liegt damit aber weiterhin deutlich unter jener der Credit Suisse.

Überschrift des Artikels im Original:Credit Suisse Forced to Pay Junk-Level Yields for Cash Infusion

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