Crash bei Under Armour: Darum ist die Aktie auch jetzt noch zu teuer

Andreas Deutsch
Crash bei Under Armour: Darum ist die Aktie auch jetzt noch zu teuer

Die Wachstumsstory ist vorbei. Under Armour ist mit seinem großspurigen Gründer und Chef Kevin Plank an der Börse in Ungnade gefallen. Der Vergleich mit Adidas zeigt, dass der Kurs von UA noch weiter fallen kann.

Trotz guter Zahlen für das zweite Quartal muss Under Armour im Gesamtjahr kleinere Brötchen backen. Der Gewinn je Aktie, exklusive Restrukturierungskosten, wird aller Voraussicht nach nur 0,37 bis 0,40 Dollar betragen statt der ursprünglich erwarteten 0,42 Dollar. Der Umsatz wird wohl nur noch um neun bis elf Prozent wachsen. Hier hatte der Markt mit elf bis zwölf Prozent gerechnet. Die Under-Armour-Aktie fiel um zehn Prozent auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang.

Trotz des Crashs beträgt das KGV für 2018 immer noch 31 bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 26 Prozent. Das Gewinnwachstum von Adidas beläuft sich zwar lediglich auf 20 Prozent, dafür kommt der Konkurrent aus Herzogenaurach aber nur auf ein KGV von 25. Drückt Rorsted weiter dermaßen auf die Kostenbremse, ist 2020 eine Nettomarge von zehn Prozent drin. Dann würde sich das KGV auf 13 reduzieren.

Während Adidas im lukrativen Markt für Sportschuhe und Sneakers ein starkes Momentum aufweist, ist das Geschäft von Under Armour rückläufig. Im vergangenen Quartal sank der Umsatz bei Schuhen um 2,4 Prozent.

Das ist ein großes Problem für Under Armour, vor allem in Europa. Hier will Under Armour kräftig expandieren, aber ohne eine gefragte Schuhmarke wird das nicht funktionieren. Zumal Nike und Adidas zwei Gegner sind, die alle paar Monate neue, erstklassige Modelle auf den Markt bringen.

Um die Bekanntheit der Marke zu steigern und Marktanteile zu gewinnen, wird Plank also noch mehr Geld für Werbung in die Hand nehmen müssen, was auf die Marge drückt. Das wiederum gefährdet weiterhin die Gewinnziele des Konzerns.

Lieber auf Adidas setzen

Mit einem KGV von 31 ist Under Armour kein Schnäppchen. Immer mehr zeigt sich: Under Armour schafft es nicht, mit Kleidung und Schuhen außerhalb des Sports zu landen, was hingegen Adidas immer besser gelingt. Der DAX-Konzern hat es sogar geschafft, dass die Adiletten nicht mehr die schlichten Badeschlappen, sondern total angesagte Sommerschuhe sind. DER AKTIONÄR empfiehlt: Under Armour verkaufen, bei Adidas die Gewinne laufen lassen.