Covestro will eine Milliarde Euro im Onlinehandel umsetzen

Kaum hat Bayer die Mehrheit an seiner Chemietochter Covestro abgegeben, macht das Unternehmen ehrgeizige Pläne. Bei der Digitalisierung will der Leverkusener Chemiekonzern jetzt durchstarten.


Anfang 2018 startet Covestro einen eigenen Onlinehandel für Chemikalien. Im Laufe des Dienstags will der Covestro-Vorstand die Innovation vorstellen – WirtschaftsWoche Online erfuhr vorab davon.

Das Angebot richtet sich an Geschäftskunden, die auf der Plattform dann Kunststoff-Standardprodukte zu aktuellen Marktpreisen online kaufen können. Bis Ende 2019 sollen über die Plattform Werkstoffe für bis zu eine Milliarde Euro umgesetzt werden. Zum Vergleich: Insgesamt setzte Covestro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 fast zwölf Milliarden Euro um.

Der Covestro-Onlinehandel wurde nach den Wünschen von Kunden konzipiert und wird derzeit noch getestet. Der Leverkusener Chemiekonzern will zudem auch Basisprodukte anderer Anbieter über die Plattform vertreiben.




Damit verbunden ist eine weitergehende Digitalisierungsoffensive, die Covestro derzeit startet. Der designierte Covestro-Chef Markus Steilemann, der 2018 die Geschäfte vom bisherigen Vorstandsvorsitzenden Patrick Thomas übernehmen wird, will die Digitalisierung auf zahlreichen Ebenen des Unternehmens forcieren – in der Produktion, bei Forschung und Entwicklung sowie in der Lieferkette.

Dabei geht es ihm vor allem um den Kundennutzen: Mit Hilfe der Mitarbeiter will Steilemann „Grenzen für die chemische Industrie verschieben und vor allem einen entscheidenden Beitrag leisten, um unsere Kunden durch digitale Werkzeuge und Methoden in ihrem Geschäft noch erfolgreicher zu machen.“