Covestro: Das gleiche Schicksal wie K+S?

Thorsten Küfner
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Gazprom: Aktie gerät massiv unter Beschuss

Die Aktie von Covestro war über viele Monate hinweg der absolute Highflyer im MDAX. Seit die Anteile des Chemiekonzernes allerdings Mitglied im DAX sind, geht es bisher nahezu ausnahmslos bergab. Dies weckt Erinnerungen an das regelrecht dramatische Schicksal von K+S im Jahre 2008. Wo liegen die Parallelen?

Auch die Anteilscheine des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S entwickelten sich lange Zeit hervorragend, weshalb der Aufstieg in den DAX die zwangsläufige Folge war. Doch kurz vor der Aufnahme in den Eliteindex endete der Höhenflug und als die K+S-Papiere am 22. September 2008 neues DAX-Mitglied wurden, hatte ein dramatischer Abverkauf bereits Fahrt aufgenommen.

Auch die Aktie von Covestro notiert mittlerweile bereits fast 20 Prozent unter ihrem Allzeithoch. Doch Sorgen vor einer ähnlichen Entwicklung wie bei K+S 2008 müssen sich die Anleger nicht machen. Denn der damalige Abverkauf hatte einen anderen Grund.

Drastischer Einbruch der Kalipreise
2008 setzte ein drastischer Rückgang der Kalipreise (Anmerkung der Redaktion: Anders als etwa beim Goldpreis gibt es bei Kali nicht den einen allgemein gültigen Preis, er variiert vielmehr sehr stark von Region zu Region um teilweise über 100 Dollar) ein. Lag der Preis, den Landwirte im Corn Belt der USA für eine Tonne Kalidünger zahlen mussten, 2008 noch bei mehr als 900 Dollar, war es rund ein Jahr später nicht einmal mehr halb so viel. Diese Entwicklung sorgte natürlich für erheblichen Gegenwind für die K+S-Anteile – nicht der Aufstieg in den DAX.

 

Keine Panik

Zwar ist es durchaus nicht ausgeschlossen, dass auch diverse Chemikalien, die Covestro produziert und deren Preise in den vergangenen Monaten von diversen Sonderfaktoren etwas nach oben getrieben worden sind, wieder günstiger werden. Ein derart dramatischer Preisverfall wie am Kalimarkt ist allerdings nicht zu befürchten. Die Aussichten für Covestro bleiben grundsätzlich relativ gut. Investierte Anleger können daher an Bord bleiben und beachten den Stopp bei 72,00 Euro. Wer die Aktie nicht hat, sollte vor einem Einstieg aber eine Bodenbildung abwarten. Mehr über K+S lesen Sie hier.