Der Cousin von George W. Bush verliert seinen Job


Wenn Paul Singer anklopft, steht meist Ärger ins Haus. Das gilt nicht nur für Thyssen-Krupp, wo der berüchtigte US-Investor mit seinem Einstieg für unbequeme Zeiten sorgen wird, sondern eben auch für den Spross einer der mächtigsten Politikerdynastien in den USA.

Jonathan Bush, 49 Jahre alt und Cousin von George W. Bush, tritt als Vorstandsvorsitzender des von ihm mitgegründeten Unternehmens Athenahealth zurück. Warum? Zum einen ist es ebenjener Druck, den der 35 Milliarden Dollar schwere Hedgefonds von Singer, Elliott Management, auf ihn ausgeübt hat. Zum anderen aber holt den Unternehmer seine Vergangenheit ein. Jonathan Bush soll seine Ex-Frau misshandelt und weitere Frauen belästigt haben, er steht deshalb in den USA vor Gericht.


Bush hatte Athenahealth, ein IT-Unternehmen für Arzt-Abrechnungen, im Jahr 1998 gegründet. Er galt damals als Visionär und profitierte vor allem von Obamacare. Der aktivistische Aktionär Singer hatte sich bereits im vergangenen Jahr mit neun Prozent bei Athenahealth eingekauft und höhere Margen gefordert. Jonathan Bush reagierte daraufhin mit Entlassungen und holte den ehemaligen GE-CEO Jeffrey Immelt als Verwaltungsratschef, der nun auch vorübergehend Bush als CEO ersetzen wird. Doch Singer reichte das alles nicht – vor einem Monat legte er ein feindliches Übernahmeangebot vor.