Country-Legende Kenny Rogers mit 81 Jahren gestorben

Kenny Rogers bei einem Auftritt in Texas 2017

24 Nummer-Eins-Hits, drei Grammys und dutzende Millionen verkaufte Platten: US-Country-Star Kenny Rogers hat die Musikgeschichte nachhaltig geprägt - nun ist er im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Sänger sei friedlich zu Hause im Kreise seiner Angehörigen eines natürlichen Todes gestorben, teilte die Familie am Freitagabend mit. Wegen der Corona-Krise werde es nur eine Beerdigung im kleinen Kreis geben.

Der aus dem texanischen Houston stammende Sänger landete zahlreiche Hits, darunter "The Gambler", "Lucille" und "Islands in the Stream". Seine Songs hätten "Millionen Menschen auf der ganzen Welt berührt", erklärte sein Agent Keith Hagan.

Sechs Jahrzehnte lang war Rogers im Musikgeschäft tätig. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Musiker startete seine Karriere Ende der 50er Jahre mit Rockabilly- und Jazzmusik, bevor er sich schließlich dem Country-Genre zuwandte. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1978 mit seinem Album "The Gambler". Es wurde mehrfach mit Platin ausgezeichnet, der Titel-Song wurde zu seinem Markenzeichen.

"Ich habe mich selbst nie als großartigen Sänger gesehen, aber ich bin auf eine gewisse Art gut darin, Geschichten zu erzählen", sagte er 2013 der Zeitung "Irish Examiner". "Ich hatte das große Glück, viele tolle Songs zu entdecken, die von Dauer waren und länger einen Platz in den Herzen der Menschen hatten."

Rogers spielte auch in dem Film "Der beste Spieler weit und breit" mit, der von dem Country-Song "The Gambler" inspiriert war. Er scherzte jedoch gern, dass er selbst kein großer Spieler sei. "Mir ist vor langer Zeit klar geworden, dass ich nicht genug Geld gewinnen kann, um mich wirklich zu freuen. Aber ich kann genug verlieren, um deprimiert zu sein", sagte er 2015 dem Sender NPR. "Also spiele ich nicht."

Dank seiner eingängigen Balladen, seiner beliebten Cover-Versionen von Weihnachtsklassikern und Auftritten in Film und Fernsehen, unter anderem in der "The Muppet Show", wurde er auch einem breiten Publikum schnell bekannt.

"Ich mache zwei Arten von Liedern", sagte er NPR. "Stücke, die eine Geschichte von sozialer Bedeutung erzählen, oder Balladen, die ausdrücken, was jeder Mann sagen und jede Frau hören möchte."

Rogers landete 24 Nummer-Eins-Hits, gewann sechs Mal den Country Music Association Award und wurde "wegen seiner unverwechselbaren, heiseren Stimme und seines entspannten Sexappeals" 2013 in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.

Im Oktober 2017 gab er sein Abschlusskonzert in Nashville. Dort sang er gemeinsam mit Dolly Parton ein letztes Mal "Islands in the Stream". Die beiden US-Stars arbeiteten viele Jahre lang zusammen und waren eng befreundet.

Die letzten Termine seiner Abschiedstournee musste Rogers im April 2018 aus gesundheitlichen Gründen absagen. "Ich habe die Gelegenheit, mich in den vergangenen zwei Jahren von meinen Fans verabschieden zu können, sehr genossen", sagte er. Er könne ihnen gar nicht genug danken "für die Ermutigung und Unterstützung, die sie mir während meiner Karriere zuteil haben werden lassen".

Rogers hinterlässt seine Ehefrau Wanda und fünf Kinder aus fünf Ehen.