Counter Strike-Turnier in Lanxess-Arena: Kölner Weltmeister wollen Titel verteidigen

Knapp 30.000 Computerspiel-Fans besuchen das Counter Strike-Turnier.

Das Interesse an der ESL One Cologne, der Weltmeisterschaft im Computerspiel Counter Strike, ist gewaltig. Jeweils rund 14.000 Menschen werden am Samstag und Sonntag in der Lanxess-Arena dem Wettstreit zuschauen, dazu Millionen Fans an ihren Computerbildschirmen. Im vergangenen Jahr gewann das Kölner Team SK Gaming das Heimturnier und nahm 500.000 Dollar Preisgeld mit nach Hause.

Die Spieler des Teams sind Brasilianer, die verpflichtet wurden, um im Auftrag von SK Gaming Turniere zu gewinnen. Sie spielen Dutzende davon im Jahr, bestreiten problemlos ihren Unterhalt mit dem Computerspiel, wohnen nahe am Trainingsstützpunkt. Sie sind Profis, inklusive allem, was dieses Etikett mit sich bringt: Leistungsdruck, Preisgelder, Fans, Transfers, Trikots, Wettbewerbe.

Noch ist E-Sport nicht offiziell als Sportart anerkannt

Und doch ist E-Sport offiziell überhaupt nicht offiziell als Sportart anerkannt. Die Frage, ob E-Sport denn nun ein Sport ist, war diese Woche Gegenstand einer Diskussionsrunde in den MMC Studios. Außer Frage stand dabei, dass außergewöhnliche strategische und mechanische Fähigkeiten vonnöten sind, um professionell Videospiele zu gewinnen. Martin Nolte, Professor der Deutschen Sporthochschule in Köln, sprach von „sportähnlichen Reaktionen des menschlichen Körpers“.

Während die Counter-Strike-Mannschaften nebenan die Gruppenspiele austrugen, waren sich vor allem die Vertreter des E-Sports einig: Im Grunde ist uns die Diskussion schnuppe. „Das ist eine politische Debatte, die für uns nicht so wichtig ist“, sagte zum Beispiel Alex Müller, SK-Gaming-Geschäftsführer. Sogar auf Geld vom Staat, Nebenwirkung einer offiziellen Anerkennung als Sportart, könne man verzichten. Müller: „Fördermittel fände ich gut, aber brauche sie faktisch nicht.“

Aufmerksamkeit ist vorhanden

Auch ohne die breite Anerkennung als Sport gehe die Industrie ihren erfolgreichen Weg weiter. Die professionellen Strukturen, so Müller, seien ja schon längst unabhängig entstanden: Dopingkontrollen, Weltmeisterschaften, Sponsoren, Publikum.

Auch Aufmerksamkeit ist ausreichend da: „Die Frage, ob E-Sport im Fernsehen gezeigt werden sollte, stellt sich für uns überhaupt nicht“, meinte Müller. „Wir haben uns mit Twitch einen eigenen Sender geschaffen.“ Beim Internet-Streamingdienst Twitch schauen Zehn- bis Hunderttausende und an Wochenenden auch Millionen von überwiegend jungen Menschen den Computerpartien zu.

Die Sportverbände können es sich überhaupt nicht leisten, auf E-Sport zu verzichten, so der Tenor. Dort ist das junge Massenpublikum schon längst – und damit auch ein Haufen zu verdienendes Geld. Selbstbewusst sind die Computersportler allemal: „Wir füllen jede Arena“, sagt SK-Gaming-Mann Alex Müller. Die Kölner Weltmeisterschaft dient als Beweis....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta