Costa reagiert auf Söldner-Vorwurf von Hoeneß

Ex-Bayern-Star Douglas Costa hat gelassen auf die scharfe Kritik von Uli Hoeneß nach seinem Wechsel zu Juventus Turin reagiert.

"Ich bin ein sehr entspannter Typ und würde ihm das im Nachhinein niemals vorwerfen, dieses Spiel mache ich nicht mit. Jeder weiß genau, was er sagt und muss dann mit den Konsequenzen leben. Ich habe das einfach nur gehört und danach ging mein Leben weiter", sagte Costa bei Sky.

Hoeneß hatte Costa Ende August als "ziemlichen Söldner" bezeichnet, der dem Rekordmeister "charakterlich nicht gefallen" habe.

"Wäre auch sauer gewesen"

"Mit solchen Kritiken werde ich den Rest meines Fußballerlebens umgehen müssen", erklärte der brasilianische Nationalspieler nun und zeigte sogar Verständnis für die Verbalattacke seines früheren Vorgesetzten: "Ich verstehe die Enttäuschung darüber. Wenn ich Präsident gewesen wäre, hätte ich vielleicht auch öffentlich etwas gesagt, auch wenn ich das Wort 'Söldner' nicht in den Mund genommen hätte. Aber ich wäre auch sauer gewesen."

Und weiter: "Jeder hat eine andere Art und Weise, einen Klub zu führen. Ich habe damals nur das gesagt, was mir auf dem Herzen lag. Hoeneß hat das nicht gefallen, genauso wie mir nicht gefällt, was er sagt. Das alles bedeutet aber nicht, dass ich irgendwas gegen den Verein habe."

Für die Bayern hatte Costa in zwei Spielzeiten 77 Pflichtspiele bestritten, 14 Tore erzielt und vier Titel gewonnen. Anschließend folgte der Wechsel nach Turin. Die "Alte Dame" lieh den 27 Jahre alten Außenstürmer zunächst für eine Saison aus, muss aufgrund einer verbindlichen Kaufoption im kommenden Sommer 40 Millionen Euro für ihn bezahlen.


"Habe mir keine Feinde gemacht"

"Mir ist der FC Bayern sehr ans Herz gewachsen", betonte Costa. Er habe "immer alles" für den Verein gegeben und ihn "erhobenen Hauptes" verlassen: "Ich habe mir keine Feinde gemacht. Natürlich war der Präsident ein bisschen sauer, aber das passiert. Jetzt bin ich bei Juventus. Sie glauben zu hundert Prozent an mich und ich schaue nur noch nach vorne."

Der Wechsel in die Serie A sei nötig gewesen - vor allem für seinen Kopf. "Ich brauchte eine neue Aufgabe in einem neuen Umfeld, einer neuen Liga."

Bei seinem neuen Klub ist Costa allerdings noch nicht gesetzt, sondern nimmt oft die Rolle des Jokers ein. "Ich muss zugeben, dass es momentan fußballerisch noch schwer für mich ist", räumte der Linksfuß ein.

"Vor dem Wechsel habe ich gedacht, dass es mir leicht fallen wird, aber so ist es nicht. Vor allem ohne den Ball muss ich mich umstellen, aber es wird jeden Tag besser. Es ist eine neue Herausforderung für mich, aber genau dafür lebe ich."