Coronaviurs verändert sich offenbar; über 1.000 Neuinfektionen

David Verbeek

(Bloomberg) -- Die deutsche Fleischindustrie muss sich wegen Coronafällen auf höhere Anforderungen einstellen, in der Bundesrepublik haben sich wieder deutlich mehr Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt, und in China scheint der Erreger zu mutieren.

Die Bundesregierung plant strengere Arbeitsschutz- und Hygienevorschriften für fleischverarbeitende Betriebe, nachdem es an mehreren Standorten Coronavirus-Ausbrüche gegeben hatte. Ab nächstem Jahr dürfen in der Branche keine Subunternehmen mehr eingesetzt werden, und die Bußgelder bei Verstößen gegen Arbeitsschutzvorschriften werden erhöht.

“Diese Infektionen gefährden die erkrankten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer”, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. “Und sie gefährden die lokalen Lockerungen, die wir gemeinsam erreicht haben - und damit das Leben in den betroffenen Regionen.

Unterdessen beobachten chinesische Ärzte derzeit andere Krankheitsverläufe bei Infektionen mit dem Coronavirus als bisher. Bei einigen Patienten im Nordosten des Landes ist die Inkubationszeit länger als die sonst angenommenen ein bis zwei Wochen, und auch die Genesung nimmt mehr Zeit in Anspruch. Solche Mutationen könnten eine neue Ausbreitung beschleunigen und die Bekämpfung der Pandemie erschweren.

Nach zehn Tagen mit Werten unter tausend wurden nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Mittwochmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 1.227 Neuinfektionen gemeldet. Es ist der höchste Wert seit dem 8. Mai. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 177.778 Menschen mit dem Virus angesteckt. 78 weitere Personen sind im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben, die höchste Zahl seit dem 14. Mai.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch Instituts vom Dienstag zuletzt bei 0,86. Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

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