Corona-Zahlen lassen Söder zufolge ‘vorsichtiges Öffnen zu’

David Verbeek

(Bloomberg) -- Einen Tag vor dem nächsten Corona-Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder hat Bayern einen Plan zur Rücknahme der Eindämmungmaßnahmen vorgelegt. Vor dem Hintergrund weiter zurückgehender Neuinfektionszahlen sprach sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für zielgenauere Schutzmaßnahmen aus.

In Bayern dürfen große Ladenlokale und Shoppingmalls ab dem 11. Mai wieder öffnen, Restaurants können ab dem 25. Mai wieder Gäste bewirten, sagte Ministerpäsident Markus Söder auf einer Pressekonferenz. Corona sei “unter Kontrolle”, und die jüngsten Zahlen “lassen den Mut zu, vorsichtige Schritte der Öffnung zu gehen”, erklärte er. “Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein vorsichtiges Öffnen.”

Angesichts der Debatte um ein unterschiedliches Vorgehen der Bundesländer beim Lockern der Restriktionen forderte Spahn mehr regionale Differenzierung. In Landkreisen mit höheren Neuinfektionszahlen solle “viel früher, viel zielgenauer, regional” eingegriffen werden, sagte der Minister im Interview mit dem Deutschlandfunk. Spahn merkte an, dass die Maßnahmen die größten Eingriffe in die Freiheiten der Bürger in der Geschichte der Bundesrepublik darstellten und plädierte für “so viel Normalität wie möglich, so viel Schutz wie nötig”.

Seit Anfang der Woche dürfen in Deutschland unter anderem Spielplätze und Museen wieder ihre Pforten öffnen, und am morgigen Mittwoch wird Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über mögliche weitere Lockerungen sprechen. Bund und Länder werden dann mit großer Wahrscheinlichkeit den Weg für Geisterspiele der Fußball-Bundesliga freimachen und auch großen Geschäften wieder die Öffnung erlauben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Die Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus haben sich in Deutschland zuletzt weiter verlangsamt, während die Zahl der Todesfälle wieder anstieg.

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Dienstagmorgen wurden in den letzten 24 Stunden 488 Neuinfektionen gemeldet - der fünfte Rückgang in Folge. Seit Beginn der Pandemie haben sich damit in der Bundesrepublik 166.152 Menschen mit dem Virus infiziert.

Weitere 127 Bundesbürger sind im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Das sind mehr als doppelt so viele wie am Vortag. Die Zahl der Todesfälle in Deutschland erhöhte sich damit auf 6.993.

(Ergänzt um Söder)

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