Weniger deutsche Neuinfektionen, KfW sieht Mittelstand in Gefahr

David Verbeek

(Bloomberg) -- In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt weiter zurückgegangen. Dennoch mahnte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vor dem Hintergrund von Forderungen nach weiteren Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen zu Vorsicht.

Er bitte um Verständnis, “dass wir sehr sehr vorsichtig vorgehen, damit wir am Ende nicht alle Öffnungen wieder zurücknehmen müssen”, sagte der Minister im ARD-Morgenmagazin. Am Donnerstag diskutiert Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs über das weitere Vorgehen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hatte am Montag vor zu großen Erwartungen gewarnt und erklärt, es sei zu früh, um die Auswirkungen der bisherigen Lockerungen auf die Infektionszahlen einzuschätzen.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau warnte, dass die Liquiditätsreserven im deutschen Mittelstand bei der Hälfte der Unternehmen nur noch bis Ende Mai reichen werden, wenn die Umsatzeinbrüche auf ähnlichem Niveau wie zuletzt bleiben. “Die aktuelle schrittweise Rückführung der coronabedingten Eindämmungsmaßnahmen lässt auf eine Entspannung im Mittelstand hoffen”, sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. “Doch eine Rückkehr zum Vor-Corona-Alltag wird für die meisten nicht reibungslos möglich sein, niedrigere Umsätze und Liquiditätsengpässe dürften die Mittelständler auch in den nächsten Wochen begleiten.”

Die Reproduktionszahl in Deutschland ist zuletzt auf 0,9 zurückgegangen, von 1,0 am Vortag, teilte das Robert Koch Institut am Dienstag mit. Die Kennziffer gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt mit dem Coronavirus ansteckt.

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität wurden in Deutschland in den letzten 24 Stunden 988 Neuinfektionen gemeldet, fast eine Halbierung der Zahl vom Sonntag.

Im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion sind der Universität zufolge 150 weitere Menschen in Deutschland gestorben. Die Zahl der Todesfälle insgesamt stieg damit auf 6126.

Insgesamt haben sich seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland 158.758 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, die fünftmeisten weltweit nach den USA, Spanien, Italien und Frankreich.

(Ergänzt um Reproduktionszahl, KfW)

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