Coronavirus: Die wichtigsten Meldungen des Tages

Das Coronavirus hat weltweit gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen. Hier finden Sie die wichtigsten Meldungen des heutigen Tages im Überblick.

Auch Barcelona gilt wieder offiziell als Corona-Risikogebiet (Bild: Cesc Maymo/Getty Images)

Die aktuellen Zahlen:

  • Weltweit: Über 17,3 Millionen Infizierte (Todesfälle: über 674.000; genesen: über 10,1 Millionen) - Quelle für alle Zahlen in diesem Abschnitt: Johns Hopkins University

  • Bestätigte Fälle in Deutschland: Über 210.000 (Todesfälle: über 9100; genesen: über 191.000)

  • Am schwersten betroffen sind die USA mit über 4,4 Millionen Infizierten (Todesfälle: über 152.000; genesen: über 1,4 Millionen)

Reisewarnung für Teile Spaniens: Barcelona betroffen - Mallorca nicht

Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag zufolge Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.

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Bisher hatte das Ministerium nur von Urlaubsreisen in die drei stark betroffenen Regionen abgeraten. Das ist quasi eine Alarmstufe unter der Reisewarnung, die nun auch eine kostenlose Stornierung von Reisen ermöglicht. Nun nahm aber am Freitag das Robert Koch-Institut (RKI) die drei Regionen in die Liste der Risikogebiete auf, die von den Reisehinweisen- und warnungen des Auswärtiges Amts (AA) unabhängig geführt wird. Die Reisewarnung des AA war daraufhin erwartet worden.

Die Begründung des Bundesgesundheitsministeriums für die Entscheidung des RKI lautete, dass die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde. Für Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten soll in der kommenden Woche eine Corona-Testpflicht kommen - über freiwillige Tests hinaus, die für alle Einreisenden aus dem Ausland ab Samstag kostenfrei möglich sein sollen.

Sorgen vor steigenden Corona-Infektionszahlen in Deutschland

Hohe tägliche Fallzahlen und lokale Corona-Hotspots haben Sorge unter Gesundheitsexperten und in der Wirtschaft hervorgerufen. Das Robert Koch-Institut (RKI) befürchtet wegen Nachlässigkeit bei den Verhaltensregeln eine Trendumkehr in Deutschland. Nach RKI-Angaben vom Freitag meldeten die Gesundheitsämter zuletzt insgesamt 870 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 208 698 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand 31.7., 0.00 Uhr). Am Donnerstag hatte die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Deutschland mit 902 den Höchststand für Juli markiert. Bis Mitte Juli hatte die Zahl wochenlang meist bei unter 500 gelegen.

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Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe angesichts der Entwicklung: “Für eine zweite Pandemie-Welle sind die Gesundheitsämter viel zu knapp besetzt.” Teichert forderte eine kurzfristige Lösung. Konkret sprach sie sich für ein bundesweites Freiwilligen-Register aus - eine Art Jobbörse, die im Ernstfall Mitarbeiter vermittle, die bereits geschult seien. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schlug indes eine stärkere Konzentration beim Verfolgen von Infektionsketten vor. Statt jedem Einzelkontakt nach zu telefonieren, sollten sich die Ämter allein auf “Superspreader” konzentrieren, sagte er dem “Spiegel”. Damit gemeint sind hochansteckende Infizierte, die bei Treffen bestimmter Gruppen oft zahlreiche Teilnehmer anstecken.

Der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, forderte von der Bevölkerung mehr Disziplin. “Es erfüllt mich mit großer Unruhe, dass es viele offenbar nicht mehr so genau mit der Einhaltung der Regeln nehmen und die Zahl der Infizierten wieder steigt.” Ein Umsatzrückgang wegen der Corona-Krise könne 50.000 Handelsstandorte in Deutschland die Existenz kosten. “Für viele Händler gäbe es bei erneuten Einschränkungen oder gar einer zweiten Phase des Lockdowns keine Chance mehr, der Insolvenz zu entgehen”, sagte er.

England stoppt Lockerungen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat weitere Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise für ganz England gestoppt. “Es ist Zeit, auf die Bremse zu treten”, sagte Johnson am Freitag in London, nachdem die Coronavirus-Infektionen vielerorts gestiegen waren. Im Norden wurden die Maßnahmen sogar verschärft. Die Urlauber im Süden des Landesteils scherte das alles wenig: Bei bestem Wetter stürmten sie mit Kind und Kegel die Strände. Die Züge waren überfüllt und die Polizei versuchte, ein Chaos zu vermeiden.

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Ab Samstag sollten in England eigentlich kleine Hochzeitsempfänge wieder möglich sein und zum Beispiel Kasinos und Bowlinghallen öffnen dürfen. Das soll sich nun um mindestens zwei Wochen verzögern. Ob Pferderennen, Snooker oder Cricket: Bei Sportveranstaltungen etwa in Stadien oder Konferenzzentren seien weiterhin Zuschauer tabu, sagte Johnson. Außerdem kündigte er eine erweiterte Maskenpflicht etwa beim Besuch von Kinos, Museen und Gottesdiensten an. Jeder Landesteil in Großbritannien entscheidet über seine eigenen Pandemie-Maßnahmen.

Trotz aller Warnungen strömten die Menschen im Süden Englands wieder in Massen an die Strände (Bild: Reuters/Toby Melville)

Besonders hart traf es den Norden Englands: Bereits in der Nacht zum Freitag waren in einigen Regionen die Kontaktbeschränkungen dort verschärft worden. Betroffen sind vier Millionen Menschen im Großraum Manchester sowie Teile von West Yorkshire und East Lancashire. Man habe schnell handeln müssen, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock. In den betroffenen Regionen dürfen sich Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen und Privatgärten treffen. Sie dürfen auch nicht mehr gemeinsam Pubs und Restaurants besuchen. Die Maßnahmen gelten ebenfalls für die weiter südlich gelegene Stadt Leicester. Einige andere Einschränkungen dort werden aufgehoben.

Festivals geplant: Ärzte und Pflegekräfte in Malta drohen mit Streik

Ärzte und Krankenschwestern in Malta haben mit Streiks gedroht, weil sie steigende Corona-Risiken durch vier große Musikfestivals auf der kleinen Mittelmeerinsel fürchten. Zu den Veranstaltungen gehört das BPM-Festival für elektronische Musik vom 11. bis 13. September. Insgesamt könnten die Events zwischen August und September Tausende ausländische Partyfans anziehen, hieß es. Die Berufsvereinigung der Mediziner MAM erklärte am Freitag, sie werde Kliniken schließen und Ärzten sowie Ärztinnen raten, ambulante Besuche im staatlichen Krankenhaus zu verschieben, sofern die Regierung die Festivals nicht absage.

Die Gewerkschaft der Krankenschwestern und Hebammen (MUMN) stellte der Regierung ein Ultimatum bis Montag. Malta hatte seine Corona-Beschränkungen nach einer Phase der Einreisestopps gelockert. Die Besorgnis vieler Bürger nahm jedoch zu, nachdem die Zahl der Virus-Fälle stieg. Bei einem der positiven Virus-Tests könnte eine Wochenendparty in einem Hotel eine Rolle spielen.

Auf Malta gab es bisher eher wenige Corona-Infektionen. Die Johns Hopkins Universität in den USA zählt dort gut 800 Infektionen insgesamt. Gesundheitsminister Chris Fearne hatte diese Woche neue Beschränkungen für Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen angekündigt. Doch das konnte die Furcht vor den Festivals nicht beruhigen.

Texte: dpa

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