Von Coronaviren, Süßwarengeschäften und leuchtenden Augen

Peter Roegner, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

In den letzten vier Wochen konnten wir Zeuge eines fast historischen Ereignisses werden: der schnellste Börsencrash aller Zeiten. Am 12. März verlor der amerikanische Aktienindex S&P 500 9,5 %, am 16. März waren es sogar 12 %. Damit gehören diese beiden Tage laut dem Blogger Ben Carlson zu den sechs schlechtesten Börsentagen überhaupt.

Doch damit nicht genug: Am 19. Februar markierte der Index sein Rekordhoch mit 3.393,52 Punkten. Gerade 18 Sitzungen später schloss der S&P bei 2.386,13 Punkten – ein Verlust von 29,8 % in nur vier Wochen. So etwas gab es noch nie.

Der Corona-Crash

All das haben wir dem Virus SARS-CoV-2 zu verdanken, das der Auslöser für diesen Crash war. Befürchtungen über massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft ließen viele Marktteilnehmer panisch auf die Verkaufsbuttons drücken. Tagelang bestimmten die Minuszeichen das Geschehen an den Börsen rund um die Welt.

Viele Anleger machen sich nun Sorgen um ihr Geld, das sie ihn Aktien investiert haben. Dafür gibt es gute Gründe, aber bei mir lösen Tage, an denen alle Aktien tiefrot dastehen, fast so etwas wie Frühlingsgefühle aus.

Die höchste Stufe eines Fools

Ich gebe gerne zu, dass ich ein erfahrener Anleger und seit 31 Jahren an der Börse unterwegs bin. Vom ersten Golfkrieg über die Internetblase bis hin zur Finanzkrise habe ich schon so manchen Crash erlebt. Daher weiß ich, dass Aktien guter Unternehmen manchmal auch schwierige Phasen durchleben müssen – wenn allerdings der Herdentrieb einsetzt und alle kurzfristig denkenden Marktteilnehmer nur noch flüchten, ist dagegen kein Kraut gewachsen.

Aber wir Fools investieren langfristig und wir wissen, dass starke Firmen über kurz oder lang die alten Kurshöhen wieder erreichen werden. Daher sehe ich in großen Kurseinbrüchen eben immer auch die Chance, großartige Unternehmen mit erstklassigen Produkten oder Dienstleistungen und einem außergewöhnlichen Management deutlich günstiger kaufen zu können als noch wenige Tage zuvor. Ich freue mich über fallende Kurse, statt in Panik zu verfallen – das ist für mich immer das Zeichen, dass ein Foolisher Anleger endgültig an der Börse angekommen ist.

Das kleine Kind im Süßwarenladen

Während ich diesen Text schreibe, erleben die Börsen in Frankfurt und New York wieder einen Horror-Tag mit vielen Aktien, die zweistellige Kursverluste aufweisen. Wobei den Horror wohl nur Medien und Fondsmanager empfinden; ich sehe wieder mal Einkaufskurse. Seit dem Rekordhoch vor einem guten Monat sind selbst grundsolide Aktien wie der Versicherungskonzern Markel (WKN: 885036) oder Brookfield Asset Management (WKN: A0HNRY), ein Investor in alternative Anlageklassen wie erneuerbare Energien und Infrastruktur, um rund 50 % eingebrochen.

Mir geht es derzeit wie dem kleinen Kind im Süßwarenladen, das mit leuchtenden Augen vor prallgefüllten Regalen voll bunter Ware steht und sich nicht entscheiden kann. Der Markt bietet derzeit reihenweise Kaufgelegenheiten.

Aber welche Aktien soll man denn nun kaufen? Nun, da gibt es nicht die eine Antwort, die für jeden Anleger passend ist. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, solche Papiere zu kaufen, die ich schon im Bestand habe. Ähnlich sieht das der legendäre Investor Peter Lynch: „Die beste Aktie, die man kaufen kann, ist wahrscheinlich die, die man schon besitzt.“

Diese Unternehmen kenne ich, sie haben ihre Qualität schon unter Beweis gestellt. Häufig profitieren sie sogar von Krisen, wenn sie etwa Wettbewerber günstig übernehmen oder ihre Marktanteile ausbauen können. Wenn du also schon ein Depot mit 30 guten Aktien hast, ist es auch unwahrscheinlich, dass die 31. Aktie, die du kaufst, besser ist als die anderen 30.

Investieren mit Nebenwerten

Aber vielleicht hast du ja auch gerade erst mit dem Investieren in Aktien begonnen. Dann hast du dir dazu eine interessante Zeit ausgesucht, mit großen Kursschwankungen und inzwischen auch vielen guten Kaufgelegenheiten. Falls du noch einige Anlageideen brauchst, habe ich hier etwas für dich – gerade jetzt, wo es viele Aktien im Sonderangebot gibt.

Bei Nebenwerten handelt es sich um kleine und innovative Unternehmen, die kaum ein Börsianer kennt. Sie werden häufig noch von ihren Gründern geführt und bieten Anlegern, die sie früh entdecken, großartige Kurschancen.

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Offenlegung: Peter besitzt Aktien von Brookfield Asset Management und Markel. Von Peter betreute Depots besitzen Aktien von Brookfield Asset Management. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Brookfield Asset Management und Markel.

Motley Fool Deutschland 2020