Coronafall in Chemnitz! Spieler und weitere Personen in Quarantäne

Sportinformationsdienst, dpa

In der Debatte um die Fortsetzung der 3. Fußball-Liga sorgt ein Coronafall für neuen Wirbel.

Ein Spieler des Chemnitzer FC ist positiv auf COVID-19 getestet worden und muss sich in eine häusliche Quarantäne begeben. Das teilte der Klub am Montag mit. Die Identität des Spielers gaben die Himmelblauen nicht bekannt. Der Betroffene zeige sich derzeit aber vollständig symptomfrei.

Auf Anordnung des Gesundheitsamtes müssen neben dem positiv getesteten Spieler zwei weitere Akteure in Quarantäne, die zwar negativ getestet worden waren, aber in Kontakt zu dem positiven Spieler standen. Alle Personen sind symptomfrei.

Die Entscheidung wurde nach einer ausführlichen Überprüfung der zuletzt vorhandenen Kontakte des infizierten Spielers getroffen.

"Wie schnell sich die Sachlage ändern kann"

"Wir sehen, wie schnell sich die Sachlage ändern kann. Noch in der ersten Testreihe am Donnerstag waren alle entnommenen Tests negativ. Die engmaschigen Proben erfüllen somit ihren angedachten Sinn", sagte CFC-Sportdirektor Armin Causevic: "Wir sind dank der regelmäßigen Testungen sehr schnell in der Lage, die Betroffenen von der Mannschaft zu isolieren und somit die anderen Spieler, Trainer und Betreuer bestmöglich zu schützen."

Trotz des positiven Falls erhielt der Klub vom Gesundheitsamt die Freigabe für das Mannschaftstraining am Dienstag. Voraussetzung dafür sei die weiterhin regelmäßige und lückenlose Testung der Mannschaft sowie des Trainer- und Betreuerteams auf COVID-19, wie es im medizinischen DFB-Konzept vorgesehen ist.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) teilte auf SID-Anfrage mit, über den Vorgang in Kenntnis gesetzt worden zu sein: "Das Vorgehen und der Informationsaustausch zwischen dem Verein, den zuständigen Gesundheitsämtern und dem DFB liefen sehr gut und wie im Hygienekonzept vorgesehen."

DFB-Vize sieht Zukunft "hochgradig gefährdet"

Die Situation der 3. Liga ist ohnehin äußerst angespannt.

Bei einer länger anhaltenden offenen Debatte um die Saisonfortsetzung sieht DFB-Vizepräsident Peter Frymuth die Existenz der Spielklasse bedroht.

Bevor der Coronafall in Chemnitz publik wurde, sagte Frymuth in einem kicker-Interview: "Eine Profiliga, die ein Jahr mit dem Spielbetrieb aussetzt - ich glaube, da kann sich jeder ausmalen, was das bedeutet. Die gesamte Zukunft der 3. Liga als Profispielklasse wäre hochgradig gefährdet, inklusive ihrer Teilnehmer. Ich halte den Ansatz, dass die 3. Liga im zweiten Halbjahr 2020 nicht spielt, für fast nicht vorstellbar. Dann würden alle Verzahnungen im Profibereich, Stichwort Aufstieg in die 2. Liga, und eine saubere Spielplangestaltung nicht mehr passen."

Der DFB hatte am Freitag bekanntgegeben, dass der geplante Neustart der 3. Liga am 26. Mai nicht haltbar sei. Es liege weiter "keine politische und übergeordnete behördliche Freigabe für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs" vor.


Es sind noch nicht alle Mannschaften ins volle Training eingestiegen. Wann und ob es weitergeht, ist noch unklar. Die Klubs sind darüber zerstritten, ob die Saison wieder aufgenommen werden soll.

Für ihn komme die "die Frage zu kurz, wie es weitergehen soll bei einem selbst gewählten Saisonabbruch", sagte Frymuth: "Diejenigen, die dieses Szenario vehement fordern, müssen sich fragen lassen: Habt ihr dann bestimmte Partner noch? Und wenn ja, in welcher Form?"

Waldhof für Taskforce

Zuvor hatte der SV Waldhof Mannheim Kritik des DFB zurückgewiesen und die Gründung einer Taskforce angeregt. "Wir möchten an dieser Stelle vielmehr zur Rückkehr zur Sachlichkeit beitragen, die Forderung der Bundesregierung an den DFB aus der vergangenen Ministerpräsidentenkonferenz aufnehmen und unsere Unterstützung anbieten", heißt es in einem öffentlichen Brief auf der Facebook-Seite des Traditionsclubs.

Im SPORT1-Interview hatte Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp in der vergangenen Woche scharfe Kritik am DFB geübt.