Neue Corona-Welle in Europa: Wo sich die Variante BA.5 ausbreitet

Neue Corona-Welle in Europa: Wo sich die Variante BA.5 ausbreitet

Viele Virologinnen und Virologen blicken auf die Entwicklung der Corona-Pandemie in Portugal. Dort sieht es nicht nach einem wirklich entspannten Sommer aus.

Doch auch in Deutschland liegt die 7-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut jetzt wieder bei 348,9 (Stand 11. Juni 2022).  Durch PCR-Tests bestätigt wurden laut RKI in den vergangenen 24 Stunden 65 337 neue Ansteckungen - das sind etwas weniger als am Vortag. Und es sterben weiterhin Patientinnen und Patienten an Covid-19 - am Freitag waren es in Deutschland 65 Todesfälle nach 106 Toten am Donnerstag.

Die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen in Portugal liegt bei 1.392,6 pro 100.000 (Stand: 11. Juni 2022). Dabei sind in Portugal mehr als 87 Prozent der Menschen komplett gegen Covid-19 geimpft. Schon vor einigen Wochen waren die Infektionszahlen dramatisch gestiegen, dann gingen die Ansteckungen leicht zurück.

Anfang Juni ist entschieden worden, dass in diesem Sommer keine Corona-Regeln an den portugiesischen Stränden mehr gelten sollen. Es gibt nur noch Empfehlungen für Abstandsregeln und Masken - wie sie in den Sommern zuvor galten.

In Portugal ist die Coronavirus-Variante BA.5 schon seit einer Weile vorherrschend und hat bereits zu mehr Krankenhauseinweisungen geführt. Überlastet ist das Gesundheitssystem - anders bei vorherigen Wellen - derzeit nicht. BA.5 gilt als hochansteckend, löst allerdings offenbar keine schlimmeren Krankheitsverläufe aus.

Aber diese Variante breitet sich inzwischen auch in anderen europäischen Ländern aus - in Frankreich sind laut Gesundheitsbehörden 18 Prozent der Neuinfektionen der Variante BA.5 zuzurechnen. Viele Expertinnen und Experten rechnen damit, dass BA.5 in diesem Sommer die dominante Variante wird.

Auch in Deutschland und in der Schweiz gibt es immer mehr Fälle der Variante BA.5. Das Robert Koch-Institut verweist in seinem Wochenbericht darauf, dass die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 das stärkste Wachstum verzeichnen.

ETH-Professorin Tanja Stadler zeigt die steil nach oben führende Grafik für die Schweiz.

Vorerst keine Maskenpflicht in Innenräumen in Israel

In Israel geht die Zahl der Neuinfektionen in die Höhe - die 7-Tage-Inzidenz liegt (Stand 11. Juni 2022)  bei 317,2. Dennoch hat die Regierung gerade entschieden, dass auch in Innenräumen vorerst keine Maskenpflicht eingeführt werden soll. Mitglieder des Expertenteams, das die Regierung berät, hatten dafür plädiert, die Ende April abgeschaffte Maskenpflicht in Innenräumen wieder einzuführen.

"Wir wissen noch nicht, ob dies der Beginn einer neuen Welle ist", sagte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Nachman Ash. Eine fünfte Impfung gegen Covid-19 sei derzeit nicht geplant. "Es gibt einen deutlichen Anstieg, aber wir müssen die Situation in den kommenden Tagen beobachten und nächste Woche neu bewerten."

Die EU-Corona-Karte ist nicht komplett

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat erklärt, dass die Zunahme der "besorgniserregenden Varianten" in diesem Sommer zu einer neuen Welle von Infektionen führen könnte.

Die EU-Behörde stellt auf ihrer Karte jetzt die 14-Tage-Inzidenz dar - und für viele Länder gibt es nicht genügend Tests oder verfügbare Daten.

In Frankreich liegt die 7-Tage-Inzidenz derzeit bei 233,8. Die Zahl der Neuansteckungen ist in den vergangenen Tagen leicht gesunken, im Vergleich zu den vergangenen Wochen allerdings gestiegen. Selbst in den öffentlichen Verkehrsmitteln werden Masken nur noch empfohlen. Zuvor waren diese Pflicht und ein Verstoß wurde mit einem Bußgeld von 135 Euro geahndet.

Deutschland verzeichnet laut Robert Koch-Institut am 9. Juni eine 7-Tage-Inzidenz von 276,9 - weiterhin sind weniger Deutsche gegen Covid-19 geimpft als in vielen EU-Nachbarländern.

Lauterbach: "Sommerwelle nicht wirklich gefährlich"

Der deutsche Gesundheitsminister gibt auf Twitter eine Art Entwarnung. Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Sommerwelle nicht wirklich gefährlich wird. Doch für den Herbst brauche es neue Impfstoffe und Masken, wo diese notwendig seien.

Im Herbst und im Winter erwartet Virologe Drosten eine "lang anhaltende Infektionswelle".

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