Corona-Wut bei der "heute-show": "Die geimpften US-Gorillas lachen mich aus!"

Jürgen Winzer
·Lesedauer: 4 Min.

Impfen wäre gegen Corona toll. Aber was tun mit der unter der "Masken-Affäre" wankenden Union? Die "heute-Show" hätte da ein paar Behandlungs-Ideen, damit's mit dem Austreten besser klappt.

Es steht schlimm, wenn sich Oliver Welke in der "heute-show" sogar nach einem "Hauch von 'Wir schaffen das!'" sehnt. Angesichts von beschlossenen Lockerungsmaßnahmen mitten in der anrollenden dritten Welle konnte er nur entsetzt feststellen: "Wir lockern also. Mal sehen, wie lange."

Offenbar habe die Regierung die relativ einfache Rechnung "Mutante - Teststrategie + Schneckentempo beim Impfen = exponentielles Wachstum" nicht verstanden. Manche fischten im Trüben, die Regierung aber, so mühte sich Angela Merkel jüngst mit einer anderen Metapher, versuche Brücken zu bauen, auch wenn man nicht sehen könne, wo in der Pandemie das Ufer sei. Welke erstaunt: "Kleiner Tipp: Wenn ihr das Ufer nicht seht, dann baut doch nicht Brücken ins Nichts, sondern erst mal ein Boot."

Welke:
Welke:

Hassknecht hyperventiliert: "Wie blöd sind wir eigentlich?"

Eine funktionsfähige Corona-App, Teststrategie, Impfen - das sah Welke als die "To-do-Liste" der Regierung. Das sah auch Gernot Hassknecht (Hans-Joachim Heist) so, wie er unüberhörbar durchs Schloss Bellevue brüllte. "Wir können nichts mehr!", krakelte er am Rande des Herzinfarkts. "Die ganze Welt lacht sich kaputt über uns", zeterte er und verwies polternd darauf, dass in San Diego (Kalifornien) sogar schon die Affen im Zoo geimpft wurden: "Die US-Gorillas lachen mich aus!"

"Wir machen dieselben Fehler immer wieder", krakelte Hassknecht. Bei uns wiederhole sich das "Zu wenig, zu spät" bei Impfstoff wie Tests. Immerhin: "Der Spahn war wenigstens zu seinem Spenden-Dinner pünktlich."

"Let's Dance": Tränen nach Wahnsinns-Wertung

Mutti hilf! Ein Hauch von
Mutti hilf! Ein Hauch von

Nach den Corona-Tests: Schulzeugnisse an den Discounter-Kassen?

Vielleicht naht Rettung aus überraschender Richtung. Nachdem das mit den Schnelltests bei Aldi und Lidl zumindest für ein paar Minuten geklappt habe, könne man das ja auf weitere Staataufgaben ausdehnen, schlug Welke vor. Seine konkreten Ideen: Steuererklärung bei Lidl, bei Edeka Trauungen an der Fleisch- und Scheidungen an der Käsetheke, Zeugnisverteilung an den Discounter-Kassen ("Entweder das 'Alditur' oder 'die mittlere Rewe'"). Andererseits: "Was sagt das über eine Regierung aus, wenn Aldi und Lidl das mit den Schnelltests schneller organisiert kriegen als der Staat?"

Oder ist die regierende Union einfach nur erschöpft, aufgerieben im hysterischen Kampf in der "Maskenaffäre"? Die "Raffkes", die sich an Maskendeals bereicherten oder für Bares Lobbyarbeit für Aserbaidschan verrichteten, hätten die Union jedenfalls "in nackte Panik" gestürzt - und das unmittelbar vor zwei Landtagswahlen.

Panik dank schwarzer Schafe: Nach der
Panik dank schwarzer Schafe: Nach der

Medikamente gegen schwarze Schafe in der Union?

Blöd auch, dass zumindest eines der tiefschwarzen Schafe, Georg Nüßlein, an seinem Bundestagsstuhl klebe - aus Gründen des Pensionsanspruchs. Da empfahl Welke der Union einige Medikamente "für alle, die nicht mehr richtig zurücktreten können". Das Zäpfchen "Wollta gehen?" ("Für Hartgesottene!") etwa: "Hinten rein und vorne raus aus dem Bundestag!"

Die Bösewichter halten aber, so Welke, auch als dankbare Sündenböcke her. Die Aufregung über die Giermenschen sei doppelzüngig, wo doch gerade CDU/CSU jahrelang gegen ein Lobby-Register gekämpft hätten. Auch die Tatsache, dass Parteiboss Armin Laschet ausgerechnet den Lobbyskandal-vorgeschädigten Philipp Amthor bei seiner Wahl zum Spitzenkandidaten der CDU in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt hätte, sei angesichts seiner "Aufräumarbeit" in der "Maskenaffäre" wenig glaubwürdig.

Zuviel Transparenz in Tätigkeiten im Amigobereich "geht halt in der Union auch gegen die Tradition", meinte Welke zum Einblender von "Kohl & the Gang". Sein Fazit: "Macht ruhig so weiter, Freunde, aber dann beschwert euch nicht über noch mehr Politikverdrossenheit."

Wollta gehen? Mit diesem Zäpfchen flutscht auch der Rücktritt aus dem Bundestag. (Bild: ZDF)
Wollta gehen? Mit diesem Zäpfchen flutscht auch der Rücktritt aus dem Bundestag. (Bild: ZDF)

Caritas folgt dem biblischen "3. Buch Rummenigge"

Schlecht bezahlt hingegen ist der Beruf der Pflegekraft. Und wird es, dank der Caritas, auch bleiben. Denn die katholische Wohlfahrtsorganisation legte ihr Veto gegen den Flächentarifvertrag ein, auf den sich Gewerkschaft und Arbeitgeber verständigt hatten. Mache die Caritas damit nicht für die Ausbeuter in der Pflegebranche die Drecksarbeit, fragte Welke die "Caritas-Mitarbeiterin" Birte Schneider. "Ja, schon, aber die Drecksarbeit für andere zu machen, ist das nicht der christlichste Gedanke?"

Außerdem: "Es ist gut, wenn andere schlechter zahlen, dann können wir ja abwerben." Schneider berief sich auf das "3. Buch Rummenigge" aus der Bibel, wo im "Brief an die Borussen" geschrieben stehe: "Der Herr sprach: Gehe hin und kauf der Konkurrenz die Leistungsträger weg." Und überhaupt, so sang Schneider zum Abschluss: "Private Pflege, Tarifgeschrei - uns geht das am A... vorbei!"

Unersättlich? Jedenfalls klebt Georg Nüßlein an seinem Bundestagsstuhl, so Oliver Welke. (Bild: ZDF)
Unersättlich? Jedenfalls klebt Georg Nüßlein an seinem Bundestagsstuhl, so Oliver Welke. (Bild: ZDF)