WHO warnt angesichts von Omikron vor noch gefährlicheren Varianten

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Corona-Massentests in Zhengzhou (AFP/STR)

Angesichts der weltweit grassierenden Omikron-Variante des Coronavirus hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor der Entstehung noch gefährlicherer Virusvarianten gewarnt. "Wir befinden uns in einer sehr gefährlichen Phase", sagte die WHO-Notfallexpertin Catherine Smallwood der Nachrichtenagentur AFP. Israel meldete am Mittwoch einen neuen Höchststand an Corona-Neuinfektionen. Hongkong verhängte ein Landeverbot für Flugzeuge aus acht Ländern mit massiv steigenden Infektionszahlen wie die USA und Großbritannien.

Je stärker sich Omikron ausbreite und vermehre, "desto wahrscheinlicher ist es, dass es eine neue Variante hervorbringt", sagte WHO-Expertin Smallwood im AFP-Interview. Derzeit befinde sich die Welt in einer "sehr gefährlichen Phase": "Wir beobachten sehr stark steigende Infektionsraten in Westeuropa, deren Auswirkungen noch nicht ganz klar sind", erläuterte Smallwood.

Zwar sei das Risiko eines Krankenhausaufenthalts bei einer Omikron-Infektion "individuell betrachtet" wahrscheinlich geringer als bei der bisher vorherrschenden Delta-Variante, sagte Smallwood. Allerdings gehe von Omikron wegen seiner starken Ausbreitung insgesamt womöglich eine größere Gefahr aus.

"Bei einem starken Anstieg der Fallzahlen gibt es wahrscheinlich sehr viel mehr Menschen, die schwer erkranken, ins Krankenhaus müssen oder möglicherweise sterben werden", sagte Smallwood. Die Expertin verwies auf den extremen Anstieg der Infektionsfälle in Europa, der auch gut ausgestattete und moderne Gesundheitssysteme vor "echte Probleme" stelle.

In den vergangenen Tagen hatten Großbritannien, die USA und Frankreich Rekord-Fallzahlen registriert. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sagte in einem Zeitungsinterview, er werde nicht gegen Corona geimpfte Bürger "bis zum bitteren Ende nerven", indem er ihren "Zugang zu den Aktivitäten des sozialen Lebens" soweit wie möglich einschränke.

Am Mittwoch meldete Israel einen neuen Corona-Rekord. Laut Gesundheitsministerium wurden binnen 24 Stunden 11.978 Ansteckungen nachgewiesen. Argentinien registrierte am Dienstag (Ortszeit) ein neues Allzeithoch der täglichen Neuansteckungen von mehr als 81.000 Fällen.

Im ostchinesischen Zhengzhou ordnete die Stadtverwaltung an verpflichtende Corona-Tests für alle fast 13 Millionen Einwohner an. Damit reagierten die Behörden auf den Nachweis von elf Corona-Infektionen in den vergangenen Tagen, denen bereits ein Lockdown in acht Wohnvierteln mit zehntausenden Einwohnern folgte.

Zuvor war bereits für die 13-Millionen-Einwohner-Stadt Xi'an wegen mehrerer Corona-Fälle ein Lockdown angeordnet worden. Die Zahl der Neuinfektionen dort fiel am Mittwoch auf den niedrigsten Stand seit Wochen. Der Ausbruch in Xi'an sei "unter Kontrolle gebracht" worden, hieß es. Ein Lockdown galt wegen der Entdeckung von drei symptomfreien Corona-Infektionen weiterhin in der Eine-Million-Einwohner-Stadt Yuzhou.

Mit rigiden Maßnahmen wie Grenzschließungen, der Abriegelung ganzer Millionenstädte und Massentests hatte China nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie Ende 2019 das Infektionsgeschehen weitgehend unter Kontrolle gebracht. Verglichen mit anderen Ländern ist die Zahl der Neuinfektionen in der Volksrepublik sehr gering. Sie befindet sich derzeit allerdings auf dem höchsten Stand seit März 2020. Weniger als einen Monat vor den Olympischen Winterspielen in Peking bringt dies die chinesischen Behörden unter Druck.

Hongkong erließ im Kampf gegen Omikron neue Beschränkungen. Flüge aus acht Ländern, darunter Großbritannien, Frankreich und die USA, dürfen ab Samstag zwei Wochen lang nicht mehr in der chinesischen Sonderverwaltungszone landen. Außerdem wurden Kreuzfahrten untersagt und ein Schiff mit 3700 Menschen an Bord wegen Kontakten zu Omikron-Infizierten zurück in den Hafen beordert.

yb/gt

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