Corona-Test: Kann eine Impfung eigentlich zu einem positiven Testergebnis führen?

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Er war am 14. April schon erstmalig gegen Covid-19 geimpft worden, dann aber hat es ihn doch erwischt. Bundesinnenminister Horst Seehofer ist am Montag positiv auf das Coronavirus getestet worden und befindet sich nun in häuslicher Isolation. Natürlich ist der Impfschutz nie perfekt, auch nicht mit Biontech/Pfizer, dem Impfstoff, den Seehofer bekommen hatte – und schon gar nicht nach der ersten Impfdosis.

Aber wie ist das eigentlich: Kann eine Impfung zu einem positiven PCR- oder Schnelltest führen? Schließlich wird dem Körper bei den gängigen mRNA- und auch bei den Vektor-Impfstoffen ja der Bauplan des Virus präsentiert – damit er eine Immunantwort bilden kann. Dieser Frage ist der „WDR“ nachgegangen und die Antwort lautet ganz klar: Nein. Eine Impfung kann nicht zu einem positiven Corona-Testergebnis führen.

Der Grund dafür liege in den Tests selbst. Denn die würden zwar auf Bestandteile des Virus testen, allerdings auf andere als die bei den Impfstoffen relevanten. Es sei zwar immer denkbar, dass der Test fälschlicherweise ein positives Ergebnis liefere, also falsch-positiv ist. Das sei dann aber keine Folge der Impfung, sondern vielmehr in der Zuverlässigkeit der Tests begründet.

Weder PCR- noch Schnelltests suchen nach dem Spike-Protein

Um das zu verstehen, muss man sich also anschauen, auf welchen Teilen des Virus die Impfstoffe basieren und was die jeweiligen Tests genau nachweisen. Sowohl die mRNA-Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna als auch die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson basieren auf dem sogenannten Spike-Protein des Coronavirus. Mit diesen zackenartigen Fortsätzen auf seiner Hülle dockt das Virus an die menschlichen Zellen an. Die Impfstoffe bringen den Körper über die eingeschleuste Bauanleitung dazu, selbst isolierte Spike-Proteine herzustellen und darüber eine Immunantwort auszubilden.

Die Tests hingegen suchen nicht nach dem Spike-Protein, sondern nach anderen Bestandteilen des Virus. Beim PCR-Test beispielsweise wird die abgegebene Probe aus Nasenrachenraum speziell auf Erbmaterial des Virus geprüft, das im Labor mithilfe von Temperaturänderungen und chemischen Prozessen gezielt vermehrt wird – so es denn vorhanden ist.

Schnelltests hingegen suchen im Rachenabstrich nicht nach Erbmaterial, sondern nach Virusproteinen. Aber eben nicht nach den Spike-Proteinen auf der Hülle, die bei der Impfung eine Rolle spielen, sondern nach den sogenannten Nukleokapsid-Proteinen. Die umgeben das Erbmaterial des Virus schützend.

Ansteckung kurz vor oder nach der Impfung durchaus möglich

Insofern gibt es also keine Überschneidungspunkte zwischen PCR- bzw. Schnelltests und Corona-Impfungen. Einzige Ausnahme sind dem „WDR“ zufolge einige Antigenschnelltests, die tatsächlich nach dem Spike-Protein suchen. Auch hier könne allerdings Entwarnung gegeben werden, was positive Testergebnisse nach einer Corona-Impfung angehe. Denn der Impfstoff werde in den Oberarm injiziert — der Test-Abstrich erfolge aber in Nase oder Rachen.

Durchaus möglich hingegen ist eine tatsächliche Ansteckung mit dem Coronavirus vor oder kurz nach der Impfung. Bis sich der Impfschutz aufbaut, dauere es nämlich nach der zweiten Impfdosis etwa zwei Wochen. Eine Impfung kann außerdem eine Infektion nicht komplett ausschließen. Die Erkrankung verläuft nach einer Impfung allerdings meist milde oder völlig symptomfrei.

sb/mit dpa

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