Corona-Regeln: Bayerische Profiklubs attackieren Staatsregierung

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Corona-Regeln: Bayerische Profiklubs attackieren Staatsregierung
Corona-Regeln: Bayerische Profiklubs attackieren Staatsregierung

Die Vertreter von 16 bayerischen Profiklubs aus den Hallensportarten Basketball, Eishockey und Handball haben am Freitag scharfe Kritik an der Hygieneschutzverordnung der bayerischen Staatsregierung geübt.

Bayern halte sich als einziges Bundesland nicht an die Beschlüsse aus der Ministerpräsidentenkonferenz vom 10. August, daher säßen die Profiklubs im Freistaat jetzt da “wie die Deppen”, sagte stellvertretend Carsten Bissel, Präsident des Handball-Bundeligisten HC Erlangen.

Bissel wollte wegen der "Ungleichbehandlung" auch juristische Schritte nicht ausschließen. "Wir wollen nicht mit einer Klage wedeln, das ist nicht unser Stil", sagte er, "aber wir können auch nicht alle gemeinsam untergehen." Zunächst jedoch setzen die bayerischen Klubs ihre Hoffnungen auf eine Kabinettssitzung am kommenden Dienstag. Ministerpräsident Markus Söder hat bereits angedeutet, dass dabei mögliche Erleichterungen beschlossen werden könnten.

Mit Ausnahme von Bayern ist es nunmehr möglich, Hallen bis zu einer Kapazität von 5000 Zuschauern vollständig auszulasten. In Bayern dürfen inzidenzunabhängig nur 50 Prozent der Sitzplätze belegt werden, die Obergrenze ist auf 25.000 Zuschauer festgesetzt. Darüber hinaus gelten die 3G-Regeln, eine FFP-2-Maskenpflicht und ein Abstand von 1,5 Metern. “Sie kommen damit nie auf das, was in der Ministerpräsidentenkonferenz besprochen wurde”, erklärte Bissel, “sie kommen nie auf 50 Prozent Auslastung.”

Bayrische Verordnungen ein “Riesenwitz”

Philipp Galewski, Geschäftsführer der Basketballer von Brose Bamberg, bezeichnete die bayerischen Verordnungen als "Riesenwitz" und "existenzgefährdend". Bissel drückte sein Unverständnis mit einem Vergleich aus: "Wenn ich mit meinen zehn Kumpeln in die Kneipe gehe, darf ich trinken, darf die Maske ablegen, kann meine Kumpel sogar küssen. Dann gehe ich mit den Kumpeln in die Arena, muss Abstand halten, muss eine Maske aufsetzen: Kann mir das mal einer erklären? Das ist unfassbar."

Die bayerischen Profiklubs wollen ihre Aktion nach vergeblichen Gesprächen mit Politikern als "Hilferuf" verstanden wissen, wie Geschäftsführer Wolfgang Gastner von den Nürnberg Ice Tigers aus der Deutschen Eishockey Liga betonte. Die derzeitigen Regeln seien ein "Schlag ins Gesicht". Galewski versicherte, alle Klubs seien der Politik dankbar für die schnelle finanzielle Hilfe in der Pandemiezeit, nun aber wollten sie wieder eigenständig wirtschaften können.

Den bayerischen Klubs will etwa nicht in den Sinn, warum der Basketball-Erstligist Crailsheim Merlins, der knapp hinter der Grenze in Baden-Württemberg beheimatet ist, seine Halle voll auslasten darf, warum etwa auch der THW Kiel in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden 9000 Fans zulassen darf. “Wir werden auch sportlich benachteiligt, wenn wir keine Zuschauer haben”, sagte Roland Sauer von den Rimparer Wölfen aus der 2. Handball-Bundesliga.


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