Corona-Pandemie wirft Schulbildung in Südafrika um 20 Jahre zurück

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Schüler im Township Tembisa (AFP/Michele Spatari)

Die Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie haben die Schulbildung in Südafrika nach den Worten von Bildungsministerin Angie Motshekga um 20 Jahre zurückgeworfen. Mindestens 10.000 Schüler hätten seit der Pandemie die Schule abgebrochen, sagte Motshekga am Sonntag. Wegen Schulschließungen und Wechselunterrichts hätten Kinder im vergangenen Jahr zwischen 50 und 75 Prozent weniger gelernt als in normalen Jahren. Zudem seien 25.000 kleine Kinder weniger eingeschult worden als erwartet.

"Die noch nie dagegewesenen Schulschließungen und die ungeplanten Unterbrechungen im Lehren und Lernen haben die Errungenschaften von mindestens 20 Jahren rückgängig gemacht", bilanzierte Motshekga. Am schwersten seien die Auswirkungen in ärmeren ländlichen Gegenden und Townships, wo nur wenige Haushalte Internetanschluss haben.

"Wenn Kinder keinen Kontakt zu Lehrern haben - vor allem Kinder aus benachteiligten Gemeinschaften - läuft das Lernen nicht so wie es sollte", sagte Martin Gustafsson vom nationalen Bildungsinstitut DBE. Grundschüler hätten im laufenden Schuljahr weiterhin durchschnittlich nur an drei Tagen die Woche Schule und damit bereits die Hälfte des eigentlich üblichen Unterrichts versäumt.

Südafrika ist mit 2,7 Millionen gemeldeten Infektionen und mehr als 81.000 Todesfällen das am schwersten vom Coronavirus betroffene Land Afrikas. Derzeit kämpft das Land gegen die dritte Coronawelle, eine vierte droht laut Warnungen von Experten.

gt/mkü

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