Corona-Krise: Wirtschaft plant ein Fußgängerzonen-Ticket

Abstandseinhaltung und Maskenpflicht sollen Geschäftsöffnungen ermöglichen. Kommt jetzt das Fußgängerzonen-Ticket? So plant die Wirtschaft, sich an die neuen Corona-Zeiten anzupassen.

So dicht gedrängte Massen wie früher hier in der Fußgängerzone von Köln wird es wohl nicht so bald geben. (Bild: Getty)

Seit Montag gelten zahlreiche Lockerungen für den Einzelhandel. Ab dem 4. Mai hofft der Einzelhandelsverband wieder alle Geschäfte öffnen zu können. Nun gibt es Überlegungen, wie man die Wirtschaft noch schneller wieder hochfahren kann und dabei gleichzeitig Mechanismen zur Einhaltung der Gesundheitsbestimmungen entwickeln könnte. Eine innovative Idee kam jetzt aus dem Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Digitale Technik soll dabei helfen, die Wirtschaft schneller wieder hochzufahren.

Zugang nur noch per App

In einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland, dem das Konzept des Verbandes vorliegt wird daraus wie folgt zitiert: “Digitale Lösungen helfen, im Alltag Abstand zu halten, ohne zu Hause bleiben zu müssen.“ Am Wochenende schickte der DIHK das Papier an Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Politiker aus der großen Koalition.

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Die Idee hinter dem Konzept ist es, ein Ticket-System einzuführen. Dadurch könnte die Anzahl an Besuchern in Geschäften, Fußgängerzonen oder auch Hotels begrenzt werden. Über eine App müssten sich Kunden dann per Ticket Zugang zu den jeweiligen Orten verschaffen. Der DIHK schlussfolgert in dem Vorschlag, dies sei ein “äußerst wirksames und vielfältig einsetzbares Instrument zur Vermeidung von Menschenansammlungen.“

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Es könne sogar möglich sein, Einkaufszeiten in einzelnen Läden oder bei verschiedenen Dienstleistern über die App zu buchen. Die Hoffnung der Handelskammervertreter: so würden Kundenströme entzerrt und die Infektionsgefahr reduziert, während die Geschäfte gleichzeitig kontinuierlich ausgelastet wären.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Über ein entscheidendes Detail spricht das Konzept allerdings nicht genauer. Wie auch bei der viel diskutierten Corona-App, die genauen digitalen Aufschluss über Ansteckung und Verbreitung geben soll, wäre auch das Ticket-System ein aus Datenschutz-Sicht riesiger Schritt. Viele Deutsche stehen solchen Entwicklungen eher skeptisch gegenüber. Was in Ländern wie Südkorea mit einer völlig anderen öffentlichen Einstellung zum Schutz von privaten Daten funktionieren kann, lässt sich in Deutschland nur schwer direkt umsetzen.

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