Corona-Krise: Rom will mit Milliarden und Appellen Lage entschärfen

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ROM (dpa-AFX) - Italiens Regierung will mit einem schnellen Nothilfe-Paket von über fünf Milliarden Euro die Folgen der jüngsten Corona-Beschränkungen abfedern. Viele Gelder würden schon ab November ausgezahlt, versicherte Finanzminister Roberto Gualtieri am Mittwoch.

Die Mitte-Links-Regierung in Rom hatte am Vorabend beschlossen, die von den neuen Schutzmaßnahmen stark betroffenen Unternehmen und Beschäftigen etwa im Tourismus und in der Kultur mit Geldspritzen und Steuerstundungen zu unterstützen. Dabei soll auch Bars und Restaurants geholfen werden, die früher schließen müssen, hieß es.

Die Regierung appellierte an die Bürger, sich von den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten gegen die verschärften Corona-Regeln zu distanzieren. "Der Staat duldet kein gewalttätiges Verhalten", sagte Minister Gualtieri nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa dem Sender Rai 1. Angesichts der Proteste der vergangenen Tage in Rom und anderen Städten sprach er von "Gruppen gewalttätiger Neo-Faschisten", die die Not der Menschen für ihre Zwecke ausnutzten.

Ähnlich äußerte sich Innenministerin Luciana Lamorgese am Mittwoch in der Zeitung "Il Messaggero". Das Land sei in einer "komplizierten Lage", sagte sie. Demonstrationen seien legitim. Aber Extremisten von rechts und links, Anarchisten, Ultras und Jugendliche mit Vorstrafen würde dabei Gewalt schüren. In Neapel sei auch die organisierte Kriminalität beteiligt gewesen.

Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte am Dienstag fast 22 000 bestätigte Neuinfektionen mit Corona innerhalb eines Tages gezählt - ein Rekord. Zudem starben 221 Menschen in Verbindung mit dem Virus.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Lokale um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen.