Corona-Impfkampagne in Südafrika und Japan gestartet

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Corona-Impfung von Südafrikas Präsident Ramaphosa

Mit dem Start der Impfkampagnen in Südafrika und Japan ist der weltweite Kampf gegen die Corona-Pandemie am Mittwoch ein Stückchen weiter vorangetrieben worden. In Südafrika wurden erste Impfdosen des US-Konzerns Johnson & Johnson in einem Township in Kapstadt verabreicht, in der japanischen Hauptstadt wurde die erste Spritze mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gesetzt. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Rückgang der weltweiten Neuinfektionen gemeldet.

Eine Krankenschwester der Geburtenstation einer Klinik in Khayelitsha, einem großen Township in Kapstadt, bekam die erste Spritze im Rahmen der neuen Impfkampagne, wie in einer Fernseh-Liveübertragung zu sehen war. Auch Staatschef Cyril Ramaphosa zählte zu den ersten Impfempfängern. "Dieser Tag ist ein wirklicher Meilenstein für uns Südafrikaner, an dem die Impfstoffe endlich hier sind und verabreicht werden", sagte der Präsident.

Südafrika hatte am 7. Februar die Verschiebung seiner Corona-Impfkampagne verkündet. Hintergrund ist eine Studie, der zufolge der Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca nicht umfassend gegen die zuerst in Südafrika entdeckte Corona-Mutante B.1.351 wirksam ist.

Südafrika stieg daher auf das Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson um, das Studien zufolge zu 57 Prozent wirksam gegen B.1.351 ist. Das Land erhielt am Dienstagabend die ersten 80.000 Dosen, über Nacht wurden sie auf 32 Impfzentren verteilt. Bei dem Wirkstoff von Johnson & Johnson sorgt anders als bei Herstellern wie Biontech und Astrazeneca schon eine Dosis für Immunschutz.

Südafrika hat sich insgesamt neun Millionen Dosen von dem Vakzin gesichert. Zunächst sollen Mitarbeiter des Gesundheitswesen geimpft werden - Südafrikas Medikamenten-Aufsichtsbehörde will die Ergebnisse bei ihnen für eine Studie nutzen.

Die südafrikanische Virus-Variante gilt als deutlich ansteckender als frühere Varianten. Bislang wurden in Südafrika insgesamt rund 1,5 Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen. Mehr als 48.000 Infizierte starben.

In Japan erhielt am Mittwoch Kazuhiro Araki, der Direktor eines Krankenhauses in Tokio, die erste Impfspritze. Zunächst sollen auf freiwilliger Basis 40.000 Mitarbeiter des Gesundheitssektors den Biontech-Impfstoff erhalten.

Anschließend plant die Regierung bis März die Impfung aller 3,7 Millionen Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Die Impfung von rund 36 Millionen Menschen ab 65 Jahren soll im April beginnen. Der Impfplan für den Rest der Bevölkerung ist noch nicht fertiggestellt. In fünf Monaten sollen in Tokio die Olympischen Sommerspiele eröffnet werden.

In Japan mit seinen insgesamt 126 Millionen Einwohnern war vergangene Woche das Vakzin von Biontech/Pfizer als erster Corona-Impfstoff zugelassen worden. Das Zulassungsverfahren in dem Land dauert länger, weil es zusätzliche nationale Tests verlangt.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Japan 418.000 Infektionen gezählt, gut 7000 Menschen starben an dem Coronavirus.

US-Präsident Joe Biden kündigte unterdessen an, dass in seinem Land bis zum Sommer alle Menschen geimpft werden könnten. "Bis Ende Juli werden wir 600 Millionen Impfdosen haben, genug, um jeden US-Bürger zu impfen", sagte er am Dienstag bei einer Fragestunde. Ursprünglich war dies bereits für den Frühling geplant, es gibt aber Lieferprobleme.

Auf eine Zuschauerfrage, wann die Normalität wieder Einzug halten werde, sagte Biden: "Bis Weihnachten wird die Lage wieder eine ganz andere sein."

Nach Angaben der WHO ging die Zahl der weltweit gemeldeten Corona-Neuinfektionen in der vergangenen Woche um 16 Prozent auf 2,7 Millionen zurück, die Zahl der wöchentlichen Corona-Toten sank um zehn Prozent auf 81.000. In der ersten Januarwoche hatte es noch mehr als fünf Millionen Neuinfektionen gegeben und damit fast doppelt so viele wie vergangene Woche.

"Das Feuer ist nicht aus, aber wir haben seine Größe verringert", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus zur Pandemie. "Wenn wir es aber an irgendeiner Front nicht mehr bekämpfen, wird es mit Getöse zurückkehren."

yb/ans