Corona in Brasilien: Ex-Gesundheitsminister nimmt Bolsonaro in Schutz

·Lesedauer: 1 Min.

BRASÍLIA (dpa-AFX) - Der ehemalige brasilianische Gesundheitsminister hat sich im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Corona-Krisenmanagement von Präsident Jair Bolsonaro in zahlreiche Widersprüche verstrickt. Ein Senator im Ausschuss sagte am Donnerstag während der Aussage von Ex-Minister Eduardo Pazuello, dass es einen Live-Faktencheck brauche, um die ganzen Lügen des Ministers aufzudecken. Beobachter sahen in Pazuellos Verhalten einen Versuch, jegliche Verantwortung im Kampf gegen die Corona-Pandemie von Bolsonaro zu nehmen. Unter anderem sagte der Ex-Minister, dass er bei seinen Entscheidungen Autonomie gehabt habe - im November hatte er noch das Gegenteil erklärt. Einmal untersagte Bolsonaro ihm gar öffentlich den Kauf von Corona-Impfstoffen.

Pazuello war von Mai 2020 bis März 2021 Gesundheitsminister in Brasilien. In seine Amtszeit fiel auch die schwere Sauerstoffkrise in Manaus. Die deutsche Luftwaffe half damals mit der Lieferung von Beatmungsgeräten in die Amazonas-Metropole.

In Brasilien mit seinen 210 Millionen Einwohnern wurden seit Beginn der Corona-Pandemie weit mehr als 400 000 Todesfälle verzeichnet. Zuletzt verbesserte sich die Lage etwas. Präsident Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost. Schutzmaßnahmen lehnt er - aus wirtschaftlichen Gründen - weiterhin ab. Mittlerweile zieht der Rechtspopulist auch den Sinn von Impfungen in Zweifel.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.