Core-Satellite: Voodoo im Kontext von ETF?

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Vielleicht bist du als ETF-Investor bereits auf den Begriff Core-Satellite gestoßen und hast dich gefragt: Was zum Teufel ist das denn schon wieder. Berechtigte Frage, auch im Kontext der Passivfonds gibt es schließlich inzwischen jede Menge Zeugs, das die Börsen- und Aktienwelt eigentlich nicht benötigt.

Allerdings: Die zwei Wörtchen Core-Satellite, verbunden mit einem Bindestrich, gehören zu diesem Kreis nicht dazu. Hier hinter versteckt sich nämlich eine Strategie, die für ETF-Investoren überaus interessant sein könnte. Zumindest wenn man bereit ist, einen kleineren Abstrich beim breiten Markt hinzunehmen.

Core-Satellite: Das Wichtigste, einfach erklärt!

Wenn es bei ETF um die zwei Wörtchen Core-Satellite geht, bestimmen diese zwei Begriffe eigentlich schon das, was im Endeffekt dahintersteckt. Es geht beim Aufbau eines breiteren passiven Portfolios darum, einen Kern zu bilden, der quasi die harte Nuss in deinem Depot ist. Sowie vereinzelte, kleinere Satelliten, die von diesem Kern abweichen und andere Chancen eröffnen. Beziehungsweise eine regionalere oder auch thematischere Diversifikation.

Ein Beispiel für einen solchen Core-Satellite-Ansatz im ETF-Kontext gefällig? Sehr gerne, vielleicht sogar zwei. Im Endeffekt entscheidet man sich als Investor in der Regel für eine marktbreite Basis. Beispielsweise für einen globalen oder regional breit gestreuten Index wie den MSCI World, den S&P 500 oder einen All-World-ETF. Dieser Mix wird im Anschluss verfeinert.

Beispielsweise um kleinere Satelliten, die Schwellenländer abbilden, um das Gewicht der großen US-Tech-Werte etwas abzufedern. Oder womöglich um einen EU-ETF, der die Regionen anders gewichten könnte. Wer es exotischer mag, könnte außerdem auf thematische Schwerpunkte setzen. Den E-Commerce beispielsweise oder auch das Streamen.

Im Endeffekt geht es bei dem Core-Satellite-Ansatz darum, einen Kern-ETF auszuwählen, der deine langfristige Basis abbildet. Sowie kleinere Chancen, die darum herumkreisen. Aber eben nicht den Kern deiner Investition abbilden und entsprechend weniger Risiko bedeuten.

Das kann ein Kompromiss sein

Im Endeffekt kann der Core-Satellite-Ansatz für ETF-Investoren natürlich auch ein Kompromiss sein. Zumindest, wenn man als passiver Investor bereit ist, den breiten Markt an dieser Stelle zu verlassen. Das ist der Preis, den man für diese Chance bezahlen muss.

Es gibt außerdem eine wichtige Einschränkung, die man berücksichtigen sollte: Mit den Satelliten sollte man sich weitgehend sicher sein, dass sie die Chance haben, eine höhere Rendite zu erzielen als der breite Markt. Ansonsten könnte man als ETF-Investor auf den Core-Satellite-Ansatz verzichten, da er ohne Mehrwert bei der Rendite kaum einen Nutzen bringt. Das sind zumindest meine primären kompromissbezogenen und mit Fokus auf die Rendite und Einfachheit ausgerichteten Überlegungen zu diesem relativ jungen Ansatz.

Der Artikel Core-Satellite: Voodoo im Kontext von ETF? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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