COP27: Afrika fordert Investitionen für Klima-Anpassungen

Beim Weltklimagipfel in Scharm el-Scheich drängen Vertreter und Vertreterinnen afrikanischer Länder auf eine zusätzliche Klimafinanzierung. Der Kontinent leidet besonders stark unter den Folgen der Erderhitzung. Millionen Menschen sind daher gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die Erträge bei Grundnahrungsmitteln und Fisch dürften Schätzungen zufolge um 40 Prozent zurückgehen.

Solani Mhlando ist Mitglied der Umweltschutzorganisation WWF. Er erzählt: "Ich komme aus Mosambik. Bei uns leben 60 Prozent der Bevölkerung an der Küste. Jedes Jahr gibt es Zyklone, sie werden immer intensiver. Drei Jahre nach dem Wirbelsturm Idai haben sich manche Orte noch immer nicht davon erholt."

100 Milliarden Dollar in 20 Jahren

Der Investitionsbedarf etwa im Bereich Küstenschutz ist enorm – so das Ergebnis einer Untersuchung der International Financial Corporation (IFC). Die Entwicklungsbank, ein Teil der Weltbank, soll den Privatsektor in Entwicklungsländern fördern.

Afrika werde in den kommenden 20 Jahren Investitionen in Höhe von rund 100 Mrd. USD für die Anpassung (an den Klimawandel; Anm. d. Redaktion) benötigen, schätzt IFC-Geschäftsführer Makhtar Diop. "Das würde auch dazu beitragen, eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen. Das heißt, 5 Mrd. EUR pro Jahr wäre ein sehr nützliches Investitionsniveau, das einen gewissen Kurswechsel ermöglichen würde."

Findet die Stimme Afrikas Gehör?

Der Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, Industrie und Nahrungsmittelproduktion erfordert Vertrauen zwischen Nord und Süd. Die Tatsache, dass sich die Konferenz mit Schäden und Verlusten durch Klima-Ereignisse beschäftigt, stimmt zuversichtlich. Dass Afrikas Stimme tatsächlich gehört wird, ist jedoch noch lange nicht ausgemacht.