Confed Cup: Russland bot wenig Putin, aber viel Entspannung

Russische Soldaten bringen sich vor dem Finale des Confed Cups in St. Petersburg in Stimmung

St. Petersburg.  Deutschlands Kapitän Julian Draxler hat zum Abschied einen offenen Dankesbrief an Russland geschrieben. "Was wir erleben durften, hat uns begeistert", heißt es darin, und so mancher in Draxlers eigenem Land wird sich bei der Lektüre wohl fragen, ob es da um dasselbe Land geht, das er abends immer in den Fernsehnachrichten sieht. Das mit Kriegen in der Ukraine und Syrien, das mit den festgenommenen Systemkritikern. Das Land, gegen das auch Deutschland Sanktionen verhängt hat.

Sport und Politik, Begegnung und Propaganda: In diesem Spannungsfeld bewegte sich wie etliche Großveranstaltungen der letzten Jahre auch dieser Confed Cup. Und so widersprüchlich es klingen mag: Nur weil die Nachrichten stimmen, muss der Nationalspieler nicht daneben liegen.

Die Alltagsebene ist immer etwas anderes, das Land zu groß, die Fremdsprachenkenntnisse der Bevölkerung meist zu gering und die Überwachungsmechanismen des Regimes zu diskret, um sich dem Besucher zu erschließen, zumal einem abgeschirmten Fußballer. Auch wenn Draxler die reibungslose Organisation lobte, hatte er zweifelsohne Recht, und im Vergleich zu den von Kriminalitäts- bzw. Anschlagsgefahr begleiteten Turnieren in Brasilien 2014 und Frankreich 2016 fühlte sich dieser Confed Cup nachgerade entspannt an.

Zufriedenes Grinsen vor dem Fernseher

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