Confed Cup: Deutsche B-Elf mit Biss und Titelhunger

Am 25. Juni geht es für die DFB-Auswahl im Confed Cup gegen Kamerun

Kasan/Sotschi.  Wenn Julian Draxler Fußball spielt, schaut er manchmal ängstlich an den Spielfeldrand. Dort steht der vierte Offizielle. Es kann ja vorkommen, dass dieser Bursche die Frechheit besitzt, eine Tafel mit seiner Rückennummer hochzuhalten. Ausgewechselt zu werden, hasst Draxler, wie er in der Nacht zu Freitag erzählte. Von daher war das eine feine Sache, dass Joachim Löw kurz zuvor beim 1:1 gegen Chile im zweiten, deutschen Gruppenspiel des Confed Cups dem vierten Offiziellen keine Arbeit machte. Er wechselte überhaupt nicht aus. Und Draxler gefiel das.

Als ein Bundestrainer zuletzt auf sein Recht verzichtete, frische Leute aufs Feld zu schicken, war der heute 23-Jährige nicht einmal zwei Jahre alt. Berti Vogts tauschte im September 1995 gegen Georgien (4:1) ebenfalls nicht das Personal. Aber damals war der Fußball weniger laufintensiv. Heute ist so etwas äußerst unüblich.

"Ich habe keinen Grund für eine Auswechslung gesehen. Ich hatte das Gefühl, dass wir mehr zulegen können als die Chilenen", erklärte Löw. Und darin steckt die erste Erkenntnis aus der Partie gegen den wilden Südamerikameister um den formidablen Alexis Sanchez. Die zweite formulierte Draxler: "Der Bundestrainer wollte sehen, dass wir uns da durchbeißen, und das haben wir auch gemacht", sagte der Kapitän. Löws Team aus überwiegend jungen Begabten, denen der Verdacht anheftete, noch zu wenig leichtgewichtig zu sein, hat Steherqualitäten bewiesen – und das im doppelten Sinne: die Physis betreffend ebenso wie die Menta...

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