Compugroup: Keine Planänderung bei Gesundheitskarte

dpa-AFX

KOBLENZ (dpa-AFX) - Der auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierte Softwarehersteller Compugroup setzt trotz Zweifeln von Krankenkassen und kassenärztlichen Vereinigungen weiter auf die elektronische Gesundheitskarte. "Es gibt nicht den geringsten Plan im Ministerium, den anstehenden Rollout der Technik für die sogenannte Telematik zu ändern", sagte ein Sprecher des TecDax-Unternehmens am Montag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Zulassung von dafür nötigen Konnektoren durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erwarte das Unternehmen "binnen Wochen". Konnektoren sind technische Geräte zur Datenübertragung zwischen Ärzten - nicht unähnlich Routern für die Internetverbindung.

Am Wochenende hatten Aussagen hochrangiger Vertreter von Ärzteverbänden und gesetzlichen Krankenkassen weiter Zweifel an der elektronischen Gesundheitskarte genährt. Demnach gebe es in der Bundesregierung Pläne, die Karte nach der Bundestagswahl für gescheitert zu erklären. Der Vorstandschef der AOK Bayern, Helmut Platzer, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, es sei "unsicherer denn je, wann die Gesundheitskarte die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt". Die Aktie der Compugroup sackte am Montagvormittag zeitweise um 8 Prozent ab, zuletzt lag sie rund 5 Prozent im Minus.