Compleo rutscht tiefer in die Verlustzone - Unternehmen will Kosten senken

DORTMUND (dpa-AFX) -Hohe Kosten haben den Verlust beim Ladetechnikanbieter Compleo DE000A2QDNX9 in den ersten drei Quartalen vergrößert. Jetzt stellte der seit 1. November amtierende Vorstand unter der Führung von Jörg Lohr sein Konzept zur Neuausrichtung des Geschäfts vor. Der Hersteller von Ladestationen für Elektroautos will sein Angebot von 15 Produktfamilien mit über 500 Varianten auf 5 Kernprodukte verschlanken, wie er am Mittwoch in Dortmund mitteilte. Die Produktion in Deutschland soll zentralisiert, die Organisation gestrafft werden. Außerdem will das Management das Geschäft in Europa weiter ausbauen und bis Mitte 2024 mit Partnern auch in Nordamerika präsent sein.

Auch wenn sich der Erlös der ersten neun Monate im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf gut 80 Millionen Euro mehr als verdoppelte, rutschte das Unternehmen tiefer in die roten Zahlen. Der bereinigte operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel mit 18,5 Millionen Euro fast zweieinhalbmal so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Unter dem Strich vergrößerte sich der Fehlbetrag von 17,4 Millionen auf 33,7 Millionen Euro. Grund dafür waren stark gestiegene Kosten. So vervierfachten sich etwa die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die Verwaltungskosten waren mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.

Das Management hält an der im September gesenkten Umsatzprognose für das ganze Jahr fest. Demnach soll der Umsatz 105 bis 110 Millionen Euro erreichen. Der bereinigte operative Verlust soll bei 25 bis 30 Millionen Euro liegen.

Am Vormittag kletterte der Compleo-Aktienkurs zeitweise um rund 17 Prozent. Zuletzt lag er noch mit rund 15 Prozent im Plus bei 7,91 Euro, nachdem er vor wenigen Tagen auf ein Rekordtief von 4,15 Euro gefallen war. Trotzdem hat das Wertpapier innerhalb eines Jahres einen Sturzflug hingelegt. Im November 2021 war der Anteilsschein noch ungefähr zehnmal so teuer gehandelt worden.