Commerzbank: Schlechter als erwartet, aber…

Fabian Strebin
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Commerzbank: Das wird kein Zuckerschlecken

Die Commerzbank hat im zweiten Quartal das Nettoergebnis von plus 209 auf minus 624 Millionen Euro verschlechtert und damit auch die Schätzungen der Analysten von minus 556 Millionen Euro verfehlt. Allerdings hatte der Vorstand schon zuvor die Erwartungen gedämpft und dabei auf Rückstellungen für den Personalabbau verwiesen, die schließlich 810 Millionen Euro ausmachen.

Operativ lief es zwar auch schlecht, der Vorstand hoff für das Gesamtjahr 2017 jedoch ein „leicht positives Ergebnis“ zu erreichen. Ein Lichtblick für Anleger ist die harte Kernkapitalquote: Diese stieg von 12,5 auf 13,0 Prozent. Damit ist der Konzern über jeden Zweifel erhaben und für den Umbau gut gerüstet.

Sehr gut voran kommt die Commerzbank bei der Zahl neuer Kunden. Seit Oktober 2016 entschieden sich eine halbe Million Sparer für die Bank. Damit ist das Ziel für das Gesamtjahr 2017 ebenfalls schon erreicht. Bis zum Jahr 2020 sollen insgesamt zwei Millionen Privatkunden gewonnen werden. Auch in der Firmenkundensparte läuft es: Seit Anfang vergangenes Jahr wurden 3.100 Neukunden akquiriert. Um die selbstgesteckten Ziele im laufenden Jahr zu erreichen, fehlen nur noch 400. Im Jahr 2020 sollen es 10.000 sein.

Rücksetzer zum Einstieg nutzen

Die Zahlen der Commerzbank sind wie erwartet schwach ausgefallen. Die Aktie verliert bereits vorbörslich. Allerdings sollte sich das beachtliche Kundenwachstum bald in höheren Umsätzen und Gewinnen niederschlagen. Mut macht zudem das Interesse von internationalen Investoren, das die Commerzbank-Aktie zuletzt erzeugte. Mit Cerberus Capital konnte seit längerem wieder ein neuer Großinvestor gewonnen werden, der den Konzernumbau vorantreiben sollte.

Anleger sollten den Rücksetzer nach Zahlen Kaufen. DER AKTIONÄR hat ein Kursziel von 14,00 Euro ausgegeben. Der Stopp sollte bei 8,00 Euro platziert werden.