Commerzbank: Der nächste Hammer droht

Martin Mrowka
Analyst stuft Commerzbank hoch – Deutsche Bank trostlos

Dreißig Jahre nach Geburt des Deutschen Aktienindex DAX droht dem Gründungsmitglied Commerzbank der Rauswurf. Ein Finanzdienstleister könnte hingegen aus dem TecDAX aufsteigen.

Laut neuester Rangliste der Deutschen Börse von Ende Juni müsste die zweitgrößte deutsche Privatbank den DAX verlassen und dem Finanzdienstleister Wirecard weichen. Das schreibt heute die FAZ. Wirecard steht nach dem kräftigen Kursaufschwung der vergangenen Monate mit einer Marktkapitalisierung von gut 16 Milliarden Euro auf Platz 24 der Rangliste der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Die Commerzbank kommt hingegen nach der monatelangen Kurs-Talfahrt bis unter die Acht-Euro-Marke mit weniger als 10 Milliarden Euro nur auf Platz 34.

Die nächsten zwei Monate entscheiden

Noch steht der Rauswurf nicht fest. Erst am 5. September entscheidet die Deutsche Börse, wie sich der DAX künftig zusammensetzt, wer ab- und wer aufsteigt. Knapp zwei Monate bleiben der Commerzbank noch, ihre Position zu verbessern. Derzeit liegt Beiersdorf in der Bewertung etwa sieben Prozent vor dem Bankhaus – könnte also noch eingeholt werden. Die rote Laterne würde an den Hamburger Konsumkosmetik-Konzern weitergereicht werden und mit ihr die negativen Auswirkungen, die mit dem Verlassen aus dem wichtigsten deutschen Index drohen.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETFs). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse hat. Wenn sich die Commerzbank nicht vom letzten Platz im DAX wegbewegt, werfen Indexfonds (ETF) die Aktie aus ihren Portfolios und würden den Kursabschwung noch beschleunigen. DER AKTIONÄR bleibt bei der Commerzbank-Aktie ebenso wie bei der Deutschen Bank, die voraussichtlich am 24. September aus dem EuroStoxx-50 fliegt, weiter an der Seitenlinie.

Wirecard hat gute Chancen

Freuen kann sich hingegen Wirecard. Denn auch die zweite Bedingung für einen Wechsel in den DAX hat das Unternehmen aus Aschheim nahe München zuletzt erfüllt: Mit seinem Aktienhandelsumsatz ist Wirecard auf Rang 25 vorgerückt. "Im Mai lag das Unternehmen noch auf Rang 28", schreibt die FAZ. Für einen TecDAX-Wert seien erstaunlich hohe Umsätze zu verzeichnen. Noch bis Ende August muss der Zahlungsabwickler im Börsenwert und im Handelsumsatz zu den besten 25 Aktien in Deutschland gehören – dann wäre der DAX-Aufstieg sicher.