Commerzbank-Tochter führt negative Zinsen für private Kunden ein

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Comdirect Bank AG hat negative Zinsen auf die Sichteinlagen von Privatkunden eingeführt, beispielsweise auf dem Girokonto. Das geht aus einer Auswertung des Daten-Anbieters Biallo.de hervor, die Bloomberg exklusiv vorliegt und die von einer Sprecherin der Bank bestätigt wurde.

Ihren Angaben zufolge gewährt die Tochter der Commerzbank AG einen Freibetrag von 250.000 Euro. Die ersten Kunden würden den Negativzins, der bei minus 0,5% liegt, seit dem 1. Dezember zahlen müssen. Die Bank treffe individuelle Vereinbarungen, ergänzte die Sprecherin.

Das Angebot von Festgeld- und Laufzeitkonten hat die Comdirect nach Angaben auf ihrer Webseite vorläufig eingestellt.

Im September war der EZB-Einlagensatz auf minus 0,5% gesenkt worden, was es für Geschäftsbanken teurer macht, überschüssige Liquidität bei der Zentralbank zu parken. Gleichzeitig wurden aber Ausnahmen eingeführt. Vor den Änderungen im September hatte die EZB-Zinspolitik deutsche Banken jährlich rund 2,4 Milliarden Euro gekostet.

Zuletzt hatten erste deutsche Institute damit begonnen, negative Zinsen sogar ab dem ersten Euro von bestimmten Privatkunden zu verlangen. Beobachter glauben, dass weitere Banken folgen werden.

(Ergänzt um Details im gesamten Text)

Kontakt Reporter: Stephan Kahl in Frankfurt skahl@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Ingo Kolf

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

©2019 Bloomberg L.P.